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Merkblatt: Wundheilung

Zusammenstellung von Michael Palomino (2005); Meldungen

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Hildegard-Drogerie: Wundheilung

aus: Auswahl bewährter und wirkungsvoller Naturheilprodukte. Ausgabe 2002. Hildegard-Drogerie AG, Aeschenvorstadt 24+25, 4010 Basel.

Die Störung von Wundheilungen kann durch Zinkmangel verursacht sein. Zinkpräparat Zink II-Spirulina platensis (Zn) einnehmen (S.40)


Aloe-Vera aus Kakteen zur Wundheilung und zum Hautaufbau
Der Aloe-Vera-Saft enthält Fermente, Vitamine, Aminosäuren sowie die drei entzündungshemmenden Fettsäuren: Cholesterol, Campesterol, B-Sitosterol, ausserdem sechs antiseptische Wirkstoffe mit antimikrobakterieller Wirkung (S.42). Das Gel durchdringt alle sieben Hautschichten und wirkt von unten her zellbildend (S.44).



Dr.Vogel: Wunden: Wundheilung

aus: Alfred Vogel: Der kleine Doktor. Hilfreiche Ratschläge für die Gesundheit. Verlag A.Vogel, Postfach, CH-9053 Teufen AR, 66.Auflage 1991

-- die Wunde soll mit konzentrierter Molke desinfiziert werden (S.24), "desinfiziert ausgezeichnet" (S.561)
-- dann soll die Wunde mit biologischem Kalkpulver bestreut werden
-- dann 2 Nächte lang Quark drauflegen

oder
Weizenkörner oder Krüsch/Kleie in Rohmilch einlegen, durch Hackmaschine drehen, auf Wunde legen

dann noch einmal mit Urtica-Kalk-Präparat/Brennessel-Kalk bestreuen, dann gequetschte Wirsingkohlblätter auflegen (S.24)

oder
Behandlung mit Sonnenhut / Echinacea: Der/die, der/die gebissen wurde, soll Blätter und Wurzel von Sonnenhut kauen, dann die gekaute Masse auf die Bissstelle binden und das 3 Tage lang 2-3mal täglich wiederholen. Die Giftwirkung ist am 4.Tag beseitigt (S.474). Die Siebwirkung des Bindegewebes wird gestärkt, die Verbreitung von Giften unterbunden und die weissen Blutkörperchen ev. gestärkt. Die Hyaluronidose wird unterbunden (S.477). Wirkung auch bei Pfeilgiften (S.474).

oder Wundheilung durch

-- Johannisöl

-- Frischpflanzenextrakt aus den Johannisblüten und Johannisknospen (S.60)

-- frisch gequetschte, aufgelegte Frauenmänteliblätter: als Wundheilmittel  (S.452)

-- zum Verheilen von Abschürfungen und leichten Wunden: Johanniskrautblüten zerreiben und aufstreichen, zerquetschte Arnikawurzel aufstreichen (S.452-453), dann zerquetschte Frauenmänteliblätter draufbinden. Dies ist ein billiger, heilender Verband (S.453).

-- als Wundsalbe: Frauenmäntelisalbe aus dem frischen Frauenmäntelikraut und aus der Wurzel (S.453).

Nach Verbandsabnahme nach Operationen Wallwurztinktur auf die frische Narbe streichen (S.479). Es erfolgt eine schnellere Heilung  durch Förderung der Epithelbildung und Knochenzellenbildung (S.478).

--  Wallwurzbehandlung + Gemüsebrühwasser, hauptsächlich Kartoffelwasser und Lauchwasser (S.479) und rohen Kohlsaft (S.479-480)

-- Wallwurz-Komplex: Wallwurz + Hauswurz + Arnika (S.482), + Solidago/Goldrute + Hamamelis/Zauberstrauch + Sanikel (S.481)

-- bei leichten Wunden: Honig-Echinaforce-Salbe: 1 Teel. Honig + 20-30 Tropfen Echinaforce-Tinktur (S.567).

Wundheilung mit Kräutern in den Bergen
gequetschtes Heidnisch-Wundkraut mit einem Frauenmänteliblatt drauf mit Taschentuch aufbinden, heilt rasch (S.552).


Wundheilung mit Kräuterpräparaten bei schwer heilenden Wunden

Behandlung mit Wallwurz / Symphytum officinale: beschleunigt bei Brüchen und Knochenverletzungen die Bildung von Epithel und neuer Knochenzellen (S.478) durch Schleimstoffe in den Blättern und Wurzeln, wirkt "hervorragend" (S.479).

Behandlung mit Wallwurz-Komplex mit  Wallwurz + Hauswurz + Arnika (S.482), + Solidago/Goldrute + Hamamelis/Zauberstrauch + Sanikel (S.481), wirkt äusserlich (S.480) bei Schürfungen, schlecht heilenden Wunden (S.481).

oder: Behandlung mit Kieselerde / Terra Silicea, zerstossene Tabletten als Pulver auf schlecht heilende Wunden streuen (S.506).

oder: Meerrettichtinktur wirkt gegen schlecht heilende Wunden, auch bei hoffnungslosen Fällen (S.519), wirkt regenerierend durch hohen Vitamin-C-Gehalt und antibiotisch wirkende Stoffe, eine Art Penicillin (S.518,519)

oder: Kartoffel-Milch-Auflagen (S.554,555)

oder: Honig-Meerrettichsalbe auflegen: 9 Teile Honig + 1 Teil fein zerriebener Meerrettich oder frisch gepressten Meerrettichsaft oder Meerrettichtinktur (S.568)

oder: regelmässig kleine Mengen Hefe einnehmen, Wirkung mit Vitamin B zur Regulierung der Zellatmung und des Nervensystems (S.682).

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ARD Logo

Honigmixtur "Medihoney" heilt jede Wunde - besser als Antibiotika

aus: ARD-Text: Honig heilt oft besser als Medizin; 27.7.2006, Tafel 522

<Honig hilft bei Wunden oft besser als die modernsten Antibiotika. Selbst chronische Wunden, die mit multiresistenten Bakterien infiziert sind, heilen mit einem speziellen Honig-Mix, dem so genannten Medihoney, oft binnen weniger Wochen, wie Medizinier der Universität Bonn mitteilten. Zusammen mit anderen Forschedrteams wollen sie nun diese Erfahrungswerte in einer gross angelegten Studie zur Heilkraft des Jahrtausende alten Hausmittels absichern. Das sei nicht zuletzt angesichts der zunehmenden Antibiotikaresistenzen sinnvoll.>

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n-tv online,
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9.6.2010: Maden reinigen Wunden und fressen totes Gewebe

aus: n-tv online: Dossier: Ekelig, aber gesund - Madenfürzchen retten Leben; 9.6.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/dossier/Madenfuerzchen-retten-Leben-article912605.html
  
Vergrößerung des Kopfs einer Made unter einem Elektronenmikroskop.
(Foto: dpa)

<Wenn keine Medizin mehr hilft, sind Maden oft die letzte Rettung. Sie fressen totes Gewebe und helfen, offene Wunden säubern. Haben ihre Fürze auch eine antibiotische Wirkung?
 
Im hermetisch abgeriegelten Labor von Medifly in Singapur stinkt es zum Übelwerden. Vergammelnde Klumpen von rohem Schafsherz liegen auf dem Tisch. Wer näher hinsieht, entdeckt die winzigen weißen Pünktchen darauf: Eier, die Fliegen dort abgelegt haben. Der Laborassistent nickt zufrieden: Dort wächst das Kapital heran, aus dem die Firma Geld macht und Menschenleben rettet.

Die Maden, die aus den Eiern schlüpfen, tummeln sich demnächst in Menschenfleisch - ärztlich verordnet. Sie fressen totes und krankes Gewebe und säubern so Wunden, die nicht heilen wollen. Den Patienten bleibt sonst oft nur noch die Amputation etwa Diabetikern oder Patienten, die sich im Krankenhaus sogenannte multiresistente Erreger (MRSA) eingefangen haben, gegen die kein Antibiotikum hilft. Maden können dann die letzte Rettung sein. "Bei unserem Start 2007 haben wir 14 Patienten behandelt, deren Gliedmaßen die Ärzte aufgegeben hatten - die Hälfte konnte nach zwei Monaten von der Amputationsliste gestrichen werden", sagt Mediflys Generalmanager Donny Lim.

Madenfürze haben antibiotische Qualitäten. Diese Wunden säubern Maden ohne Probleme.

Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern ist die eigentlich alte Madentherapie in den vergangenen Jahren wieder in Mode gekommen. In Asien steckt die Entwicklung noch in den Kinderschuhen, weil das Getier als zu ekelig empfunden wird. Aber Singapurer Wissenschaftler dringen mit Medifly-Maden jetzt an die vorderste Madenforscher-Front: Ob Madenfürze besondere antibiotische Qualitäten haben, hat eine Gruppe jetzt untersucht. Die Antwort: ja.

Die Madentherapie ist eigentlich uralt: Die Ureinwohner Australiens und die Maya in Mittelamerika haben damit schon geheilt. Im Ersten Weltkrieg entdeckte ein britischer Feldarzt die Heilwirkung, als schwer verwundete Soldaten nach tagelangem Transport mit Wunden voller Maden in seinem Lazarett landeten. Er sah zu seinem Erstaunen, dass ihre Wunden blitzsauber waren und in Kürze zuheilten. Die Entwicklung von Antibiotika war der Niedergang der Madentherapie - bis Ärzte sich angesichts Antibiotika-resistenter Erreger in den 90er Jahren wieder auf die alten Methoden besannen.

Verdauungssekret verflüssigt totes Gewebe

Bei Medifly sind ständig 10.000 Fliegen in der Züchtung. Sie sitzen in 37 Glaskästen, die in einer Glaskammer stehen, abgedichtet und mit Doppeltür versehen, damit auch keine entfleuchen kann - und der Gestank unter Kontrolle bleibt. Lims Mitarbeiter suchen sich alle zehn Generationen einen neuen Ur-Vater und eine Ur-Mutter. "Zu viel Inzucht ist nicht gut", sagt er. Die Fliegen werden in der Nähe des Zoos oder von Märkten in Käfige gelockt: Nur die Art "Lucilla cuprina" wird verwendet.

Fliegenmaden sind bis zu einer Größe von acht Milimetern im Einsatz.

Die Eier auf dem Fleisch werden sterilisiert, ehe die winzigen Maden nach 18 Stunden schlüpfen. Rund 200 der ein bis zwei Millimeter winzigen Madenbabys kommen in sterile Fläschchen mit Nährlösung und werden an Krankenhäuser geliefert. Dort kommen sie entweder direkt in die Wunde, oder in einer Art Teebeutel, um nicht auszubüchsen. Die Tiere scheiden ein Verdauungssekret aus, das das tote Gewebe verflüssigt, und saugen dieses Gemisch dann auf. Nach zwei, drei Tagen werden die vollgefressenen Maden, inzwischen bis zu acht Millimeter lang, abgenommen und in Alkohol ertränkt.

Maden-Gaswolke-Spray als Wundheilmittel?
Was genau die Maden zu so zuverlässigen Wundhelfern macht, ist noch nicht vollends geklärt. Nicht nur das Verdauungssekret hat antibiotische Eigenschaften, wie Wissenschaftler festgestellt haben, auch der Furz, wiesen die Singapurer jetzt im Laborversuch nach: Die Maden-Gaswolke hemmt das Wachstum der Bakterien, die die Wundheilung verhindern. Medifly denkt schon weiter: "Lässt sich vielleicht ein Spray herstellen, das statt Maden auf die Wunden kann?" sagt Lim. "Wir arbeiten daran."
 
Christiane Oelrich, dpa>

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20 minuten
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Frauenfeld 21.6.2010: <Arzt erfindet potentes Wundheilmittel [ein "Wunderpulver"]

aus: 20 minuten online; 21.6.2010; http://www.20min.ch/news/ostschweiz/story/19622742

von Michèle Vaterlaus - Spezialarzt Gerolf Gehl ist auf der Suche nach Investoren für seine ERfindung: ein Pulver, das Wunden heitl und die Wiederherstellung von Körperteilen fördert.

Das von Gerolf Gehl entwickelte Wundheilmittel ist laut der Stadt St. Gallen «eindrucksvoll». (Britta Gehl)

Der Spezialarzt und plastische Chirurg Gerolf Gehl aus Frauenfeld hat eine revolutionäre Erfindung gemacht: ein anorganisch mineralisches Pulver, das Wunden heilt und die Rekonstruktion von Körperteilen erleichtert. Erste klinische Tests des patentgeschützten Pulvers hätten die Wirksamkeit bereits eindrucksvoll gezeigt, wie die Stadt St. Gallen gestern mit­teilte.

Das Pulver schliesst chronische Wunden und Löcher, die durch Amputationen entstanden sind. Doch: «Ein amputierter Zeh wird auch mit meinem Pulver nicht wieder nachwachsen», so der 60-Jährige.

Anstoss zur Entwicklung des noch namenlosen Pulvers gab Gehl ein Patient: ein sibirischer Förster, dem 1992 ein Bär das Gesicht weggebissen hatte. Gehl rekonstruierte ihm damals das Gesicht mit Plastiken. «Ich dachte, dass das auch mit körpereigenem Gewebe möglich sein sollte», so Gehl. Zehn Jahre Recherchier- und Labor-Arbeit hat er dann investiert. Nun will er mit Unterstützung der Ostschweizer Förderplattform Startfeld ein Unternehmen gründen. Noch fehlen ihm aber die finanziellen Mittel: «Ich brauche 500 000 Franken, um alles aufzugleisen», so Gehl.>

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Welt online,
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28.11.2010: Knorpelzellen, Knochenzellen, Nervenzellen züchten ermöglicht neue Knochenheilung, und Wundheilungen und die Heilung von Brandwunden sowie Abheilung von Geschwüren

aus: Welt online: Medizinischer Durchbruch: Die Salbe, die Knochen und Wunden wieder heilt; 28.11.2010;
http://www.welt.de/gesundheit/article11230641/Die-Salbe-die-Knochen-und-Wunden-wieder-heilt.html

<Autor: Ela Dobrinkat

Menschen mit chronischen Wunden dürfen hoffen: Mediziner haben eine sensationelle Methode zur Anregung der körpereigene Selbstheilung entwickelt.

Prof. Augustinus Bader vom Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum der Universität Leipzig mit einen Bioreaktor, mit dem Knorpelzellen gezüchtet werden können.

Für Klaus Herber ist der Albtraum vorbei. Wegen einer tiefen chronischen Wunde mit Knochenschädigung an der Ferse sollte sein Bein amputiert werden. Doch die Wunde hat sich geschlossen. Zweimal in der Woche wurde dem 57-Jährigen äußerlich ein besonderes Gel aufgetragen - schon nach 14 Tagen zeigten sich erste Erfolge. Inzwischen haben sich sogar Knochen- und Nervenzellen regeneriert. "Jetzt hoffe ich, mich bald ohne Rollstuhl fortbewegen zu können", sagt der Diabetiker.

Geholfen hat ihm Dr. Hans-Jürgen Hollmann, ein praktischer Arzt aus Immensen bei Hannover, und eine neue Stammzellen-Behandlungsmethode der Professoren Dr. Augustinus Bader vom Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum der Universität Leipzig (s. Interview rechts) und Dr. Hans-Günther Machens vom TU-Klinikum rechts der Isar in München. Beide haben sich in der regenerativen Medizin einen Namen gemacht. Bader als Stammzellenforscher, Machens als rekonstruktiver Mikrochirurg für Verbrennungs- und andere Unfallopfer.

Wunden können narbenfrei heilen

Die Mediziner setzen auf die Heilung des Gewebes nach dem "Bionischen Prinzip", das mit Hilfe von adulten Stammzellen die körpereigene Selbstheilung anregt. Bei geeigneten Patienten sollen riskante operative Eingriffe und Implantate überflüssig und bessere, narbenfreie Resultate erzielt werden. Erste Heilerfolge wie im Fall von Klaus Herber gibt es, nun sollen größere klinische Studien das Verfahren bestätigen. Dann könnte diese Methode die Wundheilung in wenigen Jahren revolutionieren.

Vor allem Patienten mit Hautverbrennungen, chronischen Wunden wie dem diabetischen Fuß und Geschwüren dürfen auf Genesung hoffen. Bader hat sich Gel und Heilmethode unter dem Namen "Sanamander" schützen lassen - eine Wortkreation, die sich aus dem lateinischen "sanus" (gesund) und Salamander zusammensetzt - einem Lurch, dem abgetrennte Gliedmaßen nachwachsen.

"Alle Heilversuche bei Kindern mit verbrühter Haut zeigen sehr gute Ergebnisse", berichtet Machens aus seiner Klinik. Nach erfolgreichen Tierversuchen würde Anfang nächsten Jahres europaweit eine klinische Studie mit insgesamt etwa 1000 Patienten beginnen, berichtet er. Er selbst will dazu mit einer Studie mit 80 Kindern beitragen. Zugleich dämpft er allzu hohe Erwartungen. "Wir werden nicht alle Patienten nach dieser Methode heilen können", sagt der Mikrochirurg. "Wesentlich für den Erfolg ist die richtige Indikationsstellung. Solange wir Patienten mit den bisherigen chirurgischen Techniken helfen können, werden wir das auch weiter tun.

Es gibt jedoch viele, für die eine Operation aus medizinischen Gründen nicht mehr in Frage kommt. Hier sehen wir das größte Potenzial solcher regenerativer Therapien. Patienten, die durch eine thermische Verletzung eine tiefreichende Wunde mit Zerstörung aller Hautschichten haben, werden für eine lokale Behandlung mit einer Heilsalbe leider nicht in Frage kommen, da die für eine Regeneration notwendigen Zellen der Haut dann zerstört sind."

Dopingmittel EPO regt Zellbildung an

Mehr als acht Jahre lang haben Bader und Machens geforscht. Das Sensationelle an ihrer Methode: Für die Heilung muss weder zeitaufwendig Gewebe im Reagenzglas gezüchtet oder implantiert werden, noch müssen die Stammzellen wieder in den Körper verbracht werden. Die adulten Stammzellen werden aus Blut, Fettgewebe oder Knochenmark des Patienten gefiltert und regen bei äußerlicher Anwendung in Kombination mit Proteinhormonen, körpereigenen Botenstoffen (Zytokinen) und einem künstlich erzeugten Sauerstoffmangel die Wundheilung an.

Eine zentrale Aufgabe in diesem Stammzellen-Wundgel kommt dem Erythropoetin (EPO) zu. Das als Dopingmittel für Radsportler in Verruf geratene Proteinhormon stimuliert nicht nur die Bildung von roten Blutkörperchen, sondern es kann auch bestimmte Zellen des Körpers zur Regeneration anregen. Bislang züchten Forscher menschliches Ersatz-Gewebe noch vorwiegend außerhalb des Körpers (in vitro) in sogenannten Bioreaktoren. Das Bionische Prinzip hingegen verwendet dafür gewissermaßen den Körper selbst (in vivo).

"Der Mensch ist der beste Bioreaktor", sagt Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang von der Universitätsklinik Schleswig Holstein, Campus Kiel. Er hat bereits erfolgreich einen neuen Kieferknochen in den Rückenmuskeln eines Patienten wachsen lassen. Krebs hatte dessen ursprünglichen Kiefer zerstört. Die Züchtung des Knochens im Körper war allerdings nur mit einer vorgefertigten, dreidimensionalen Titan-Stützform möglich, die zuvor implantiert werden musste.

"Wir stehen noch sehr am Anfang unserer Bemühungen", sagt Wiltfang, "doch wir brauchen für unsere Operationen immer weniger Knochenmaterial von außen, weil mit Hilfe der Stammzellen immer mehr Substanz nachwächst." Es dauere allerdings noch Jahrzehnte, bis oben beschriebener Eingriff klinischer Alltag sei. Durch diese Entwicklung würden sich in ferner Zukunft die heute existierenden medizinischen Fachsparten auflösen, glaubt Wiltfang. Ärztliche Behandlung erfordere dann Ganzheitlichkeit. Nötig seien dafür Teams von Ärzten, Biotechnologen und Grundlagenforschern.>

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n-tv online,
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12.5.2011: Vor einer Operation sollte man / frau 4 Wochen lang nicht rauchen - für eine bessere Wundheilung

aus: n-tv online: Bessere Wundheilung: Vor OP auf Rauchen verzichten; 12.5.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Vor-OP-auf-Rauchen-verzichten-article3318411.html

<Eine Operation steht bevor? Finger weg vom Glimmstängel. Operationswunden heilen deutlich besser, wenn Raucher mindestens vier Wochen vor dem Eingriff auf ihre Zigaretten verzichten.

Raucher sollten vor einer Operation eine zeitlang auf ihre Zigaretten verzichten. Das erhöhte Risiko einer schlechten Wundheilung bei Nikotinsüchtigen lasse sich so halbieren, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin in Werne. Der Grund für die langsamere Genesung sei der erhöhte Kohlenmonoxid-Gehalt im Blut der Raucher, sagt Dieter Köhler, Leiter der Lungenklinik Kloster Grafschaft im nordrhein-westfälischen Schmallenberg. Für die Wundheilung benötige der Körper jedoch viel Sauerstoff.

"Rauchen erhöht außerdem Puls und Blutdruck und belastet insofern das Herz, wobei Narkose und die OP dem Kreislauf ohnehin schon zu schaffen machen", sagt Köhler. Wer dennoch vor und nach dem Eingriff zum Glimmstängel greife, riskiere postoperative Komplikationen.

Die Lungenärzte empfehlen stattdessen eine Nikotinersatztherapie mit Pflastern, Kaugummis oder ähnlichen Präparaten. Patienten, die regelmäßig Medikamente zu sich nehmen, sollten den Rauchstopp mit ihrem Arzt besprechen. "Rauchen beeinflusst den Abbau von Medikamenten in der Leber", erklärt Lungenarzt Köhler. Asthmaspray müsse beispielsweise in dieser Zeit höher und Insulin geringer dosiert werden.

dpa>

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9.9.2013: Pflaster und Verbände auf Wunden oder nicht

aus: Spiegel online: Mythos oder Medizin:
Brauchen Wunden Luft oder Pflaster?; 9.9.2013;
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/sollte-man-auf-wunden-sofort-ein-pflaster-kleben-a-917696.html

<Von Irene Berres

Aufgeschlagene Knie oder blutige Ellbogen teilen Eltern auf dem Spielplatz in zwei Lager: Die Pflaster-Verfechter und die Anhänger der "Wunden brauchen frische Luft"-Theorie. Wer hat recht?

Knie, Kinn und Ellbogen lesen sich bei vielen wie ein Tagebuch ihrer Kindheit. Narben erzählen vom Rollschuhfahren, bei dem das Kinder-Ich einfach nicht akzeptieren konnte, dass der große Bruder schneller war. Vom Klettern auf dem Kirschbaum, bei dem die süßen Kirschen nicht nur verwurmt waren, sondern einfach zu weit oben hingen. Von der schmerzhaften Rangelei auf dem Ascheplatz.

Während das Betrachten der Spuren bei Erwachsenen nostalgische Gefühle weckt, war ihre Errungenschaft viele Jahre zuvor mit großem Stress verbunden - vor allem für die Eltern. Was tun, damit die Wunde möglichst schnell und sauber verheilt? Geht das besser mit Pflaster oder ohne?

Die Antwort darauf ist komplex und einfach zugleich. Zwar hält sich seit Jahrzehnten der Mythos, dass Wunden an der Luft besser heilen können als unter einem Pflaster. Medizinisch-wissenschaftlich gesehen ist allerdings genau das Gegenteil der Fall. Um das zu verstehen, ist ein genauerer Blick auf die Prozesse bei der Wundheilung nötig.

Kruste wirkt wie ein Gewächshaus

Bei Schürfwunden werden die oberen Hautschichten verletzt, die sonst eine Barriere gegen Krankheitserreger bilden. Schon Minuten nachdem sich ein Mensch seine Haut aufgerissen hat, beginnt die Heilung. Der Körper lässt das Blut gerinnen und bildet Wundsekret, die Wunde nässt - aus gutem Grund. Das Sekret ermöglicht die Versorgung und Abfallwirtschaft der Wunde. Neben Nähr- und Botenstoffen oder Antikörpern, die es in die Wunde transportiert, trägt es auch Bakterien und abgestorbene Zellteile nach außen.

Fehlt ein Pflaster, trocknet die Oberfläche der Wunde schnell aus, während sich darunter noch feuchtes Wundsekret befindet. Dieses kann nicht mehr fließen, die Heilung stockt und mit ihr auch die Abfallwirtschaft. "Unter der trockenen Schicht befindet sich dann eine Schicht aus Bakterien, Schmutz und abgestorbenem Gewebe, die nicht mehr abtransportiert wird", sagt Thomas Horn, Oberarzt an der Klinik für Dermatologie der Helios Klinik Krefeld. "Man kann sich die Wirkung der Kruste ähnlich vorstellen wie die eines Gewächshauses." Bedeckt man hingegen die Wunde mit einem Pflaster und wechselt dieses regelmäßig, nimmt man immer wieder die obere Sekretschicht mit allem, was sich darin befindet, weg - und damit den Abfall des Körpers.

Horn empfiehlt deshalb, einfache Schürfwunden - vorausgesetzt, sie haben aufgehört zu bluten - zu desinfizieren und mit einem normalen Pflaster zu verschließen. "Ein wenig Jodsalbe oder Ähnliches auf dem Pflaster kann verhindern, dass es kleben bleibt und beim Abziehen schmerzt", sagt Horn. Erst wenn die Wunde keine Feuchtigkeit mehr abgibt, ist das Pflaster überflüssig. Dann wirkt die Luft sogar positiv und unterstützt die endgültige Abheilung der Wunde.

Viel schnellere Heilung unter Frischhaltefolie

"Wunden wurden über die Jahrhunderte hinweg immer eher feucht behandelt, historische Dokumente belegen Behandlungen mit Honig, Öl und Weinumschlägen", erzählt Horn. Im 20. Jahrhundert allerdings habe man die Theorie entwickelt, dass trockene Wunden Bakterien zum Absterben bringen, und auf feuchte Verbände verzichtet. Bis 1962, damals entdeckte der Mediziner George Winter die Vorzüge der feuchten Wundheilung neu.

Winter stellte fest, dass Wunden unter einer Polyurethanfolie - ähnlich einer haushaltsüblichen Frischhaltefolie - schneller abheilen. Heute werden vor allem chronische Wunden, deren Heilung nur verzögert eintritt, mit Hilfe spezieller Verbände gezielt feucht gehalten. Bei kleinen "Bagatellwunden", wie sie Horn nennt, reiche aber auch ein einfaches, herkömmliches Pflaster aus. Den Rest erledigt der Körper von alleine.

Kritisch sieht Horn hingegen alle Bisswunden oder Verletzungen mit Glassplittern. Auch bei allen anderen Verletzungen, bei denen Fremdkörper tief in die Wunde gelangt sein könnten (etwa ein Sturz auf der Aschebahn), empfiehlt der Dermatologe den Gang zum Arzt. "Dann sollte das Motto lauten 'nicht zögern, sondern eilen'", sagt der Dermatologe. "Am Anfang steckt der Dreck noch nicht richtig fest drin, nach 24 Stunden aber ist er nur noch schwer zu entfernen."

Fazit: Sobald eine Schürfwunde aufgehört hat zu bluten, sollte sie mit einem Pflaster verschlossen werden. Der Verband hält die Wunde feucht und unterstützt sie so beim Abheilen. Sobald die Wunde trotz Pflaster kein Sekret mehr abgibt, hilft Luft bei der weiteren Heilung.>


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