Kontakt / contact     Hauptseite / page
              principale / pagina principal / home     zurück /
              retour / indietro / atrás / back       Inhalt
zurück / retour / indietro / atrás / backvoriges    nächstesKapitel 2
DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu

27. Wie lange noch Terror durch Zwangsverheiratung? (Teil 1)

Berichte über Opfer von Zwangsverheiratung - die Rechtsmittel gegen Zwangsverheiratung -
die fehlenden Rechtsmittel


Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

Teilen:

Facebook







Kommentar
Man fragt sich, wieso die Soziologie gegenüber der "Tradition" der Zwangsverheiratung bis heute keine griffigen Massnahmen beschlossen hat, um die Kinderrechte und die Menschenrechte zu gewährleisten. Die Beiträge zeigen uns mehrere Fälle von Zwangsverheiratung, die mit schwerem Mobbing oder mit schwerer Körperverletzung endeten. Danach werden die rechtlichen Möglichkeiten aufgezeigt, und auch die bis heute fehlenden Rechtsmittel klar dargestellt. Tatsache ist: Zwangsverheiratung ist eine kriminelle Tradition, die schwerste psychische Schäden verursacht. Die Eltern sind sich nicht im Klaren, was sie tun, und die Justiz hat die Menschenrechte gegen die Zwangsverheiratung noch nicht durchgesetzt.

Michael Palomino 2006


  nach oben
Inhalt

Die Fälle des Terrors gegen junge Frauen durch Patriarchen
1. Erzwungene Ehen - Zwangsverheiratung von jungen Frauen in der Schweiz (Beiträge)
1.1. Zwangsverheiratung unter Leuten aus Sri Lanka (Rundschau 2006)
1.2. Zwangsverheiratung unter Kosovo-Albanern (Rundschau 2006)
1.3. Ehrenmord des türkischen Bruders, weil die Schwester die Zwangsheirat verweigert (Kanton Bern 2004)
1.4. Ehrenmord und schwere Körperverletzung in DK durch den pakistanischen Bruder, weil der Familie der Mann der Frau nicht passte (DK 2006)
1.5. Österreich lässt bei einfacher Anzeige gegen Zwangsheirat ermitteln (ORF 2006)
1.6. Stadt Bern: 80 Ehen pro Jahr werden arrangiert - Zwangsheirat und Zuzug in die Schweiz für 50.000 Franken (20 Minuten Juli 2006)
1.7. Bern: Jede Woche eine Zwangsheirat [und die Schweiz schläft weiter] (Berner Zeitung Oktober 2006)
1.8. Türkei: Knapp 5400 Ehrenmorde und ca. 5000 Selbstmorde von Türkinnen in 5 Jahren (gmx-Nachrichten 2007)
1.9. Ware Kind in Rumänien: Roma-Eltern versprechen einander ihre Kinder - und wenn's nicht klappt, dann gibts eine grosse Schlägerei (20 minuten)
1.10. Grossbritannien: 4000 Zwangsheiraten pro Jahr unter Muslimen - vermisste Kinder etc. (spiegel online)
1.11. Jemen: 8-jähriges Mädchen verlangt die Scheidung gegen Vergewaltiger-Ehemann (20 minuten)
1.12. Mauretanien 7.3.2009: Zwangsheirat mit 14 und Vergewaltigung mit 15 unter Morddrohung = "religiöser Brauch" (20 minuten)
1.13. Tonga-Eltern verkaufen ihre Tochter für ein Schwein und ein paar Decken (n-tv online)
1.14. Buch "Arab Queen oder Der Geschmack der Freiheit" über das Doppelleben und Zwangsheiraten bei muslimischen Frauen in Deutschland (n-tv online)

Bespiele von Zwangsheiraten (Saudiarabien, Roma, Ägypten, Irak, China, Türkei)

Selbstmorde wegen Zwangsheiraten

und weitere Meldungen.

Die Schweiz schläft und schützt die jungen Frauen nicht
2. Zwangsverheiratung ist nicht nur Nötigung (Kommentar Palomino)
3. Die Rechtsmittel gegen die "Tradition" der Zwangsheirat gemäss dem Schweizerischen Strafgesetzbuch (StGB)
4. Die Rechtsmittel gegen die "Tradition" der Zwangsheirat gemäss dem Obligationenrecht der Schweiz (OR)
5. Fehlende Rechtsmittel gegen die Zwangsverheiratung - der rechtliche Notstand (Schlussfolgerung Palomino)
6. Schweiz November 2006:  Zwangsheirat soll im Schulunterricht thematisiert werden (TA 2006)
7. Rechtliche Entwicklung





Inhalt    nach oben

Erzwungene Ehen - Zwangsverheiratung von jungen Frauen in der Schweiz

Schweizer Fernsehen, Logo

Rundschau 15.2.2006; http://www.sf.tv/sf1/rundschau/index.php

Text der Rundschau vom 15.2.2006 von Michael Palomino

Autorin: Vanessa Nikisch
Kamera: Vanessa Nikisch
Schnitt: Hedi Bäbler, Christiane Hummel Jakob Nägeli

Leiterin der Rundschau:

"Sie sind jung, weiblich, träumen von der grossen Liebe, und haben bei der Wahl ihres zukünftigen Partners überhaupt nichts zu sagen. Der Vater bestimmt den Ehemann. Zwangshochzeiten sind auch in der Schweiz weit verbreitet, vor allem bei jungen Frauen aus der Türkei, Sri Lanka und aus dem Balkan.

Nun suchen immer mehr dieser Frauen Hilfe. Aber die Angst ist gross. Wer sich gegen die Zwangsheirat wehrt, oder auch nur darüber spricht, wird bedroht oder verstossen.

Vanessa Nikisch [berichtet]."

[...]

----

Inhalt    nach oben

Schweizer Fernsehen, Logo

1.1. Zwangsverheiratung unter Leuten aus Sri Lanka

aus: Rundschau: Erzwungene Ehen, 15.2.2006; http://www.sf.tv/sf1/rundschau/index.php

Gespräch mit der Sozialarbeiterin Chitra Russo, Sozialamt der Stadt Zürich



Chitra Russo, Sozialarbeiterin der
                              Stadt Zürich
Die Sprecherin fragt Chitra Russo, Sozialarbeiterin im Sozialamt der Stadt Zürich:

"Wie oft kommt in der tamilischen Tradition die arrangierte Ehe vor?"

Sozialarbeiterin Chitra Russo:

"Sehr oft. Sehr oft. Ich würde sagen, über 90 %."

Sprecherin: "Auch hier in der Schweiz?"

Sozialarbeiterin Chitra Russo: "Auch hier in der Schweiz. Es ist ganz genau ähnlich wie auch in Sri Lanka, ja."

Sprecherin:

"Chitra Russo wurde ist in Sri Lanka geboren und leitet in Zürich eine Beratungsstelle für Tamilen. Rund 40.000 Tamilen sind in der Schweiz, die meisten nach den alten Traditionen ihrer Heimat. Liebesheiraten sind selten."

Chitra Russo, Sozialarbeiterin des Sozialamt der Stadt Zürich:

"Wenn das Mädchen hat einen Partner gefunden, wirklich, das stimmen nicht von die gleiche Kastensystem, dann ist das nicht gut für die Gesellschaft, weil überall - wie wilde Feuer - wird es gesprochen: "Ah, deine Tochter hat einen Mann geheiratet von eine tiefere Kastensystem". Und das ist eine Gesichtsverlust für den Eltern."

-----


Inhalt    nach oben
Schweizer Fernsehen, Logo

1.2. Zwangsverheiratung unter Kosovo-Albanern

aus: Rundschau: Erzwungene Ehen, 15.2.2006; http://www.sf.tv/sf1/rundschau/index.php

Der Fall von Aisha: Sie verweigerte die Zwangsverheiratung mit 19

[Bild: Frau schminkt sich die Wimpern].



Aisha, Gesichtsprofil
Sprecherin:

"Aisha, 23, Muslimin aus dem Kosovo. [Sie ist] eine der wenigen, die es wagt, über das Tabuthema "Zwangsehe" zu sprechen. Aus Angst vor Repressionen aus der Albanergemeinschaft möchte sie anonym bleiben."

Aisha, mit dem Gesichtsprofil zur Kamera:

"Ich wött au mim Vatter jetz no d'Ehr raube und es ghört sich au nöd, dass e Tochter jetz as Fernsee goot und über dFamilie redet, wo im Prinzip alli Familie - em - gwüssi Gheimnis für sich b'haltet und nöd gäg use dörf dringe."

[Bild: Aisha mit dem Rücken zur Kamera mit Katze].

Sprecherin:

"Aisha ist im Kanton St.Gallen aufgewachsen. Bei ihr zu Hause war die westliche Kultur trotzdem weit weg. Die Eltern erzogen Aisha nach der albanisch-patriarchalen Tradition ihrer Heimat Kosovo."

[Bild: Aisha mit dem Gesichtsprofil zur Kamera]:

"Eh, ich dörf  nöd jetz mit eme Minirock oder gschminckt oder so dörf e Tochter, bevor si verhürootet isch, nöd use. Das isch eifach - ghört sich nööd. Das isch au e Schand. Und i han eifach gseh, wi die schwiizer Fraue läbed und han das au wölle, will ich do in Chindergarte bin, und - eh - i has au nie andersch erläbt.Und drum han ich die immer sehr beneidet, die schwizer Fraue."

[Bild: Zeitschrift mit einer Bildergeschichte mit einem Mann und mit einer Frau mit Kopftuch, die eine Frau jagen, die der Familie "untreu" geworden ist].

Bildergeschichte: Der Bruder hört mit
Bildergeschichte: Der Bruder hört mit
Frauensuche
                          auf Muslimisch: Schrei des Herzens
Frauensuche auf Muslimisch: Schrei des Herzens


-----



Regina Probst von Terre
                          des Femmes
Die Vertreterin von "Terre des femmes", Regina Probst, über die "Ehre" und die Macht über Frauen

Sprecherin:

"Immer mehr Migrantinnen suchen bei Beratungsstellen Hilfe. Sie fühlen sich ihrer Jugend und Zukunft beraubt."

[Bild: Vertreterin der Menschenrechtsorganisation "Terre des femmes"].

"Die Menschenrechtsorganisation "Terre des femmes" schätzt, dass die Hälfte der Musliminnen in der Schweiz von ihren Vätern zwangsverheiratet wurden."

Regina Probst, Vertreterin von Terre des Femmes:

"Dört isch d'Ehr vo dr Familie in erschter Linie - vor aulem dert - gsicheret, we cklar isch, dass dManne vor Familie, s'Oberhoupt, dr Vater, dFroue ganz cklar cha unger Ckontroue haute. Das heisst: D'Ehr hanget ganz zentral vom Garantiere vo de Jungfröilichckeit, vo dr Cköischheit, vom Wohlverhaute vo Froue n'ab.Drum isch d'Zwangsverhüratig ou s'Teil vo däm Ckonzept z'gseh."

-----

Das System der Heiraten mit Import-Ehepartnern - Aisha wollte die Einschränkungen nicht

[Bild: Aisha in einem Park läuft mit dem Rücken zur Kamera].

Sprecherin:

"So auch bei Aisha. Ihr Vater wollte sie mit einem Kosovo-Albaner aus der Heimat verheiraten. Laut "Terre des femmes" ist Nachzug mittels Heirat eine gängige Praxis. Bei den letzten Zählungen des Bundesamtes für Migration haben aus Serbien-Montenegro und aus Kosovo 2510 Frauen und Männer in die Schweiz eingeheiratet."





Aisha am See
Aisha am See
[Bild: Aisha am See mit Möwen, wahrscheinlich am Bodensee].

Sprecherin:

"Die damals 19-jährige Aisha wehrte sich gegen den so genannten Import-Bräutigam."

Aisha mit dem Gesichtsprofil zur Kamera:

"Da wo n'ich eifach gsee han dune - in Albanie une - da o n'i doo gsee ha in albanische Familie, het mich eifach abgschreckt: wi's mit de Fraue n'umgönd. Dene werdet so vil Freiheite entzoche, da, dass für mich das unvorschtellbar gsi isch."



-----

Chitra Russo, Sozialarbeiterin der Stadt Zürich: Die Mädchen wehren sich nicht gegen die Zwangsverheiratung, um den Familienfrieden zu wahren

Chitra Russo:

"Es isch sehr, sehr, sehr sälte, dass Meitschi sich wehred sich gegen das. Die wehret si sich nicht. weil die finden, wenn sie sich wehren, sowieso erreichen die nie etwas, und was ich erreichen kann, is entweder: Die verlieren die Famili, denn müssen sie weg von Haus, und meisten Mädchen wollen das nicht, weil, dann machen die die Gesellschaft kaputt. Dann leiden die unter diese Druck. Und ich kenne viele Mädchen, die denken, ja das is kein Sinn, da zu leben."

-----


Regina Probst von "Terres des Femmes" warnt vor dem Ehrenmord

[Bild: Büro von "Terres des Femmes", das Regal mit Rechtsbüchern, Zivilgesetzbuch (ZGB) und Strafgesetzbuch (StGB). Repräsentantin Regina Probst schaut etwas im ZGB nach].

Sprecherin:

"In der Schweiz gilt die Zwangsverheiratung als Nötigung. Laut "Terre des femmes" hat hier aber noch nie eine junge Frau ihre Eltern deshalb angezeigt. Die Frauen wollen die Familie und sich selbst schützen."

Vertreterin Regina Probst von "Terre des Femmes":

"Im ganz extreme Fau cha di Ehr vo dr Familie nume wider härgschteut wärde, wenn di Tochter tödet wird."


Aisha beschreibt die Verstossung aus der Familie

[Bild: Aisha mit dem Gesichtsprofil zur Kamera].

Aisha:

"Die Vätere sind zum Teil so schtolz, dass s'eifach säged, eh: "Entweder bring ich mini Tochter um, oder ich red aifach nie me mit ire." Und er haltet aifach dure."

Sprecherin:

"Und wie isch es bi irem Vater?"

Aisha:

"Ja miin Vater au. De het sit Joore scho cke Wort me mit mir gwechslet. Ich verschtoon en scho. Ich bin in dere Ckultur ufgwachse, und ich verschtoo da scho, dass er böös isch uf miich, und dass er enttüüscht isch vo mir. Das verschtoon ich scho."

[Bild: Aisha zündet sich eine Zigarette an. Aisha mit einer weiteren Person am Tisch in einem Restaurant mit dem Rücken zur Kamera].

Sprecherin:

"Weil sich Aisha dem Vater widersetzte, wurde sie vor vier Jahren von ihm verstossen. Sie hat zwar ihre Freiheit gewonnen, dafür aber die Familie verloren."

[Bild: Aisha mit dem Gesichtsprofil zur Kamera].

Aisha:

"A Ramadan, wo di ganze Verwandte und Familie zäme sind, das, bi so Sache, dass du di efach nüme - dass du nüme debii bisch, oder. Und: Du hesch au, au e bitzli Angscht, dass dini Eltere dich vilicht irgendwie au chönd vergesse, n'oder. Und mengsmol wärs mir würckli lieber, wenn ich wüsst, dass si sind tod, anstatt wenn ich weiss, si sind so nööch, aber ich cha nööd, oder. Ich cha nöd zu ine go."


-----

Inhalt    nach oben
Weltwoche Logo

1.3. Doppel-Ehrenmord des türkischen Bruders, weil die Schwester die Zwangsheirat verweigerte

aus: http://www.serap-cileli.de/EhrenmordeNavi9.htm
aus: Weltwoche Nr.27, 2004; http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=8094&CategoryID=60

"Im Kanton Bern musste ein türkisches Liebespaar sterben, weil es gegen die Riten seiner Heimat verstiess. «Ehrenmorde» innerhalb der Familie sind keine Ausnahme und psychologisch zu erklären:
Die Ehre des Mannes definiert sich über die Reinheit der Frau.

Zahide A. war 21 Jahre alt, als Berner Polizeibeamte sie fanden. Sie lag tot auf einem Teppich in der Küche ihrer Wohnung, mit Stichverletzungen am ganzen Körper: an der Brust, an den Händen, an den Ellenbogen, an den Lenden und an den Unterschenkeln. Ihre Kehle war durchschnitten worden.

Wenige Meter von ihr entfernt, in der Badewanne, lag Süleyman K., 25 Jahre alt, der Freund der jungen Frau. Brust, Beine und Arme waren durchstochen, der Schädelknochen und die Lungenoberlappen verletzt. Süleyman K. war verblutet. Auch seine Kehle war durchschnitten worden.

Der brutale Doppelmord hatte sich am 18. Mai 2001 in Niederscherli, Kanton Bern, ereignet und wurde Anfang März 2004 vor dem Berner Kreisgericht verhandelt. Verantworten musste sich der 24-jährige Bruder der jungen Frau, Sadik A. Er ist, im Gegensatz zu seinem in der Türkei angeklagten Bruder Maksut, nicht geständig. Dennoch verurteilten ihn die Berner Richter zu zwanzig Jahren Zuchthaus.

Als Motiv für die Tat nannte die Familie das «Fehlverhalten» der jungen Frau. Zahide A. hätte – nach dem Willen ihres Vaters – einen Cousin heiraten sollen."

-----

Inhalt    nach oben
BLICK Logo

1.4.  Ehrenmord und schwere Körperverletzung in DK durch den pakistanischen Bruder, weil der Familie der Mann der Frau nicht passte

aus: BLICK: Lebenslänglich für «Ehrenmord;

"KOPENHAGEN – Damit gibt Dänemark klar den Tarif durch: Wegen eines so genannten Ehrenmordes an einer jungen Frau sind in Dänemark insgesamt neun Familienmitglieder und Bekannte zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Die Botschaft an Muslime – wie auch an Angehörige aller nicht-westlichen Kulturen – ist glasklar: Bei uns herrschen unsere moralischen Spielregeln. «Ehrenmorde» kennen wir nicht. Mord ist Mord. Und der muss hart bestraft werden.

Die 19-jährige Tochter dieser pakistanischen Familie hatte einen Mann geheiratet, der der Familie nicht passte.

Daraufhin befahl der Vater der Tochter, das Paar zu erschiessen. Ein Bruder führte die Tat aus. Die junge Frau musste sterben, ihr Mann überlebte schwer verletzt.

Die Angeklagten hätten das Verbrechen gemeinsam geplant, weil sie mit der Hochzeit der 19-Jährigen nicht einverstanden gewesen seien, erklärte das Gericht. Das sei ein brutales Verbrechen. Mildernde Umstände seien nicht erkennbar.

Und dies sind die Strafen:

  • lebenslänglich Knast für den Vater
  • 16 Jahre für den Bruder und zwei Onkel, die dem Vater bei der Planung halfen
  • 14 Jahre für einen weiteren Onkel sowie eine Tante
  • 8 bis 10 Jahre für drei Freunde, die halfen, das Paar nach der Hochzeit aufzuspüren.

    Nach dänischem Recht bedeutet eine lebenslange Haftstrafe, dass der Verurteilte höchstens 16 Jahre in Haft verbringt."

    [Kommentar
    Diese Strafen sind zu mild, und die Ursache, das muslimische Killer-Hirn auf der Welt, hat damit noch keine Menschenrechte gelesen].

  • -----


    ORF 1, Logo
    Inhalt    nach oben
    1.5. Österreich lässt bei einfacher Anzeige gegen Zwangsheirat ermitteln

    aus: Zwangsheiraten im Visier der Justiz; ORF 1-Text, 2.7.2006, Tafel 113

    "Ab sofort gelten in Österreich neue Strafbestimmungen für 'Zwangsverheiratungen' (Eheschliessungen gegen den Willen der Frau, meist mit muslimischem Hintergrund). Seit 1975 gab es in Österreich nur sieben Verurteilungen, die Dunkelziffer dürfte aber laut Justizministerium deutlich höher sein. Bisher konnte die Zwangsehe nur strafrechtlich verfolgt werden, wenn das Opfer ausdrücklich zustimmte. Nun können die Ermittlungen schon dann aufgenommen werde, wenn eine Anzeige vorliegt. Eine Zwangsheirat gilt in Österreich als 'Nötigung' oder 'schwere Nötigung'. Strafrahmen: bis zu fünf Jahre Haft."

    -----

    20 Minuten, Logo
    Inhalt    nach oben

    1.6. Stadt Bern: 80 Ehen pro Jahr werden arrangiert - Zwangsheirat und Zuzug in die Schweiz für 50.000 Franken

    aus: 80 Ehen pro Jahr werden arrangiert; 20 Minuten, 17.7.2006, S.5

    "BERN - Jedes Jahr werden rund 80 junge, ausländische Frauen, die in Bern leben, mit einem Mann aus ihrem Heimatland verheiratet. Dies sagte Alexander Ott, Leiter der Berner Fremdenpolizei, der "NZZ am Sonntag". So könnten die frischgebackenen Ehemänner legal in die Schweiz einreisen. Bei diesen Zwangsehen gehe es auch um viel Geld: Bis zu 50.000 Franken werde für eine arrangierte Eheschliessung bezahlt, schätzt Ott."

    Kommentar
    Gegen diesen Frauenhandel wird bis heute nichts unternommen. Wenn die Frauen zur Zwangsheirat "nein" sagen, dann werden sie getötet. Der Anti-Rassismuskommission ist es bis heute egal. Die Justiz in der Schweiz meint, die Musliminnen müssten sich selber wehren. Das geht wohl schlecht, wenn die Muslimin mit dem Tod rechnen muss, wenn sie sich wehrt... aber die schweizer Justiz checkt das irgendwie nicht und meint, die Türken-Muslime und Balkan-Muslime seien demokratisch. Wie lange zögert die schweizer Justiz noch, gegen diese Zwangsheiraten durchzugreifen? So lange bei der Justiz der Lohn stimmt, wird sowieso nichts unternommen...

    -----

    BZ Logo
    Inhalt    nach oben
    1.7. Bern: Jede Woche eine Zwangsheirat [und die Schweiz schläft weiter]

    aus: BZ, 20.10.2006; http://www.bernerzeitung.ch/artikel_271570.html

    <80 junge Frauen, die in Bern leben, werden jedes Jahr in ihren Heimatländern zwangsverheiratet. Selten wird ein Fall publik. Denn die Betroffenen riskieren den Bruch mit der Familie. Im schlimmsten Fall droht ein Ehrenmord.

    Jede Woche muss eine junge Frau aus Bern einen Mann heiraten, den sie weder kennt noch liebt.  Das schreibt der Gemeinderat in seiner Antwort auf einen Vorstoss der Grünen Freien Liste (GFL). Lange im Voraus suchen Väter für ihre Töchter einen Ehemann aus. Sobald die Mädchen 14 oder 15 Jahre alt sind, erfahren sie von ihrer Verlobung und werden dann Schritt für Schritt  auf ihr Schicksal vorbereitet: Sie müssen Kleidervorschriften einhalten, dürfen nicht mehr ohne Begleitung zur Schule, geschweige denn in den Ausgang. Und eines Tages fahren sie in Urlaub in ihr Heimatland, um ihren Bräutigam kennen zu lernen – und auch gleich zu ehelichen. «Danach kehren die beiden im Sinne des Familiennachzuges legal nach Bern zurück», erklärt Alexander Ott, Chef der Stadtberner Fremdenpolizei. Auf diese Weise erhielten rund 80 Familien in Bern pro Jahr Familiennachzug. «Tendenz steigend.» Erst gestern beschrieb diese Zeitung das Schicksal einer jungen Muslimin in Bern, die offenbar ein ähnliches Schicksal erleidet. Die 18-Jährige, die die Gewerblich-industrielle Berufsschule Gibb besucht, wird gemäss Schulleitung von ihrem Verlobten bedroht. Er verbot der jungen Frau beispielsweise, an einer obligatorischen Exkursion teilzunehmen, die für die Lehrabschlussprüfung wichtig ist. Das Mädchen wurde daraufhin zu seinem Schutz vom Lager dispensiert.

    Nur die Spitze des Eisbergs

    Gegen 450 Fälle von Zwangsheirat hat die Fremdenpolizei in den vergangenen fünf Jahren Verfahren eingeleitet. Doch die Dunkelziffer dürfte noch um einiges  höher sein. Gudrun Lange  von der Beratungsstelle  für Frauen und binationale Paare (Frabina) rechnet  jedenfalls damit, «dass dies bloss die Spitze des Eisbergs ist». Über genaue Zahlen verfügt  jedoch auch sie nicht. «Viele Fälle bleiben diffus», sagt Lange. Denn oft bleibe unklar, ob die Frauen ihre arrangierte Heirat auch tatsächlich als Zwangsheirat wahrnehmen.  «Wenn man in so patriarchalischen Strukturen  aufwächst, kann man sich ja kaum etwas anderes vorstellen und empfindet es daher als richtig», erklärt sie.

    Drastische Sanktionen

    Doch auch jene  Frauen, die unter ihrer Situation leiden, nehmen ihr Schicksal in den meisten Fällen stillschweigend hin.  Denn mucken sie auf,  haben sie mit schwer wiegenden Konsequenzen zu rechnen. «Die Sanktionen reichen vom Bruch mit der Familie und lebenslanger Isolation bis hin zum Ehrenmord», sagt Lange. Das mag dramatisch klingen. Es ist  aber Realität. In den vergangenen zehn Jahren haben Zwangsehen in der Region Bern bereits zu drei brutalen Morden geführt.

    Die Flucht ins Frauenhaus

    Weil die Frauen überwacht  und bedroht werden, gelangen sie selber kaum an die Polizei oder an eine Beratungsstelle. Weit häufiger kommt es gemäss Lange vor, dass sich deren besorgte Bezugspersonen melden: Freundinnen, Berufsschullehrer oder Lehrmeister. Die Möglichkeiten zu intervenieren sind im Bereich von Zwangsheiraten jedoch äusserst beschränkt. «Solange keine Zwangsheirat stattgefunden hat, besteht kein Tatbestand», erklärt Gudrun Lange, «und wenn die Ehe erst einmal vollzogen ist, lässt sich kaum nachweisen, unter welchen Umständen sie zu Stande gekommen ist.» Beratungsstellen bleibt daher nach sorgfältiger Prüfung der Situation oft nur noch ein Rat: abtauchen, Schutz in einem Frauenhaus suchen, die Identität ändern. Dass Mädchen aus der Türkei, aus Sri Lanka oder dem Balkan mit Männern aus ihrem Heimatland verkuppelt werden, ist vielleicht die augenfälligste Form von Zwangsheiraten.  Alexander Ott, Chef der Fremdenpolizei,  gibt jedoch zu bedenken, dass im Dunstkreis von Zwangsehen und Scheinehen wohl ebenso viele Schweizer  verstrickt sind – wenn auch aus anderen Motiven. «Frauen aus Asien und Südamerika werden organisiert an Schweizer Männer vermittelt.» Das Thema Zwangsheirat ist also ein komplexes. Der Gemeinderat will darum den Vorstoss der GFL aufnehmen und  Daten zur Problematik sammeln. Anschliessend  soll  ein  Präventions- und Informationsprojekt ausgearbeitet werden. So könnte an Schulen beispielsweise Informationsmaterial abgegeben  oder eine anonyme telefonische Beratung ins Leben gerufen werden. Auch die Schaffung einer niederschwelligen Anlaufstelle steht zur Diskussion.> Pascal Schwendener



    Inhalt    nach oben

    1.8. Türkei: Knapp 5400 Ehrenmorde und ca. 5000 Selbstmorde von Türkinnen in 5 Jahren

    aus: Fast 5400 "Ehrenmorde" in den letzten fünf Jahren; AFP; gmx-Nachrichten, Ausland, 27.3.2007

    http://portal.gmx.net/de/themen/nachrichten/ausland/europa/3817324-Tuerkei-Fast-5400-Ehrenmorde-in-den-letzten-fuenf-Jahren.html

    <In der Türkei sind nach Angaben einer Forscherin in den vergangenen fünf Jahren knapp 5400 Frauen Opfer so genannter Ehrenmorde geworden. Hinzu kämen noch einmal etwa 5000 Selbstmorde von Frauen, sagte die Leiterin des Frauenforschungszentrum an der Ägäis-Universität im westtürkischen Izmir, Nurselen Toygar.

    Im Zuge ihrer EU-Ambitionen hatte die Türkei vor zwei Jahren die bis dahin geltenden Strafnachlässe für so genannte Ehrenmorde abgeschafft. Trotzdem werden nach wie vor Frauen ermordet, die angeblich die "Familienehre" beschmutzt haben.

    Jede dritte Türkin wird nach Toygars Angaben mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt. Fast zwei Drittel der Türkinnen ohne Schulbildung seien der Meinung, dass Gewalt normal sei. Bei Frauen mit Schulbildung liege dieser Anteil immerhin noch bei 8,8 Prozent.>


    Inhalt    nach oben

    1.9. Ware Kind in Rumänien: Die Roma-Eltern versprechen sich ihre Kinder - und wenn's nicht klappt, dann gibt es eine grosse Schlägerei

    aus: 20 minuten online: Massenschlägerei wegen Wortbruch; 27.2.2008;
    http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/15327051

    <Wegen eines gebrochenen Heiratsversprechens ist es heute in dem rumänischen Sinti-Dorf Sintesti bei Bukarest zu einer Massenschlägerei mit rund 200 Beteiligten gekommen. Wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax berichtete, wurden mindestens elf Menschen mit Verletzungen durch Gummigeschosse in Spitäler gebracht. Die Polizei konnte erst mit einem grossen Aufgebot die Gemüter kühlen.

    Die Ermittlungen würden dadurch erschwert, dass die Opfer gegen die Täter nicht aussagen wollten, hiess es. Auslöser war ein Streit zwischen zwei Familien, die ihre Kinder, ein zwölfjähriges Mädchen und einen 14-jährigen Jungen, nach Roma-Sitte zur Ehe versprochen hatten.

    Die Mutter des Mädchens zog jedoch die Abmachung zurück und versprach ihre Tochter einem anderen Bräutigam. Arrangierte Kinder- Ehen ohne offiziellen Trauschein sind bei Roma üblich. In der Regel ist dabei Geld im Spiel.

    Quelle: SDA/ATS>

    -----

    Inhalt    nach oben

    1.10. Grossbritannien: 4000 Zwangsheiraten pro Jahr unter Muslimen - vermisste Kinder etc.

    aus: spiegel online: Zwangsehen in Grossbritannien. "Niemand hatte den Mut, für mich zu kämpfen; 25. März 2008;
    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,542806,00.html

    <Von Stefan Marx, London

    Eine neue Studie erschüttert Grossbritannien: Der Brauch, Teenager in Zwangsehen zu drängen, ist unter Migranten stärker verbreitet als bisher angenommen. Tausende Jugendliche gelten als vermisst - viele von ihnen könnten von ihren eigenen Eltern verschleppt worden sein.

    Als die Alten über Noras* Schicksal entschieden, da war sie gerade ein Jahr alt. "Mein Vater hatte meiner Grossmutter sein Wort gegeben, die arrangierte Hochzeit durchzuziehen", erzählt die junge Frau aus dem südenglischen Luton. Ihre Eltern mochten den Bräutigam noch nicht einmal.

    Muslimin hinter dem "Union Jack": 4000 Fälle von Zwangsheirat pro Jahr

    Doch "niemand hatte den Mut, für mich zu kämpfen", sagt Nora. Und so wurde sie von ihren Eltern noch als Teenager nach Pakistan gebracht und musste dort den ungeliebten Mann heiraten. Während der Hochzeit weinte und schrie ihr Vater vor Verzweiflung – doch sein einmal gegebenes Wort hielt er, auch wenn das seine junge Tochter unglücklich machte.

    Noras Fall ist einer von vielen, die jetzt auch in Grossbritannien die Aufmerksamkeit auf das Thema Zwangsehen lenken. Die Sozialforscherin Nazia Khanum legte auf 90 Seiten eine Fallstudie aus ihrer Heimatstadt Luton bei London vor. Ein Jahr brauchte sie, um Zugang zu den Betroffenen zu bekommen - viel länger als gedacht: "Ich musste erst ihr Vertrauen gewinnen", sagt Khanum SPIEGEL ONLINE. Als sie jetzt ihre Studie präsentierte, konnte sie sich maximaler Aufmerksamkeit sicher sein: Gerade hatte der für Kinderschutz zuständige Staatsminister Kevin Brennan vor einem Parlamentsausschuss offen gelegt, dass das Problem der Zwangsehen viel grössere Ausmasse hat als gedacht.

    Hunderte Kinder verschwanden aus den Schulregistern

    So verschwanden beispielsweise in der nordenglischen 500.000-Einwohner-Stadt Bradford, in der Muslime die Mehrheit der Bevölkerung stellen, 33 Kinder unter 16 Jahren spurlos, erklärte der Minister den erstaunten Abgeordneten. Ob die Polizei in Bradford nach den Kindern suche, wisse er nicht.

    In 14 weiteren Kommunen mit hohem Anteil an Migranten sähen die Statistiken ähnlich aus, so Minister Brown. Insgesamt seien Hunderte von Kindern in Grossbritannien aus den Schulregistern verschwunden – Aufenthaltsort unbekannt.

    Jetzt herrscht auf der Insel eine rege Diskussion. Es geht um Religion, archaische Familientraditionen und britische Identität. Nahrung erhält die Debatte durch immer neue Statistiken. Die Regierung korrigierte ihre Zahlen über Zwangsehen erst auf 2000, dann auf 3000 Fälle pro Jahr nach oben.

    Sozialforscherin Khanum zweifelt selbst diese Statistik an: Allein in Luton riefen jedes Jahr 300 Menschen beim Nottelefon für Opfer von Zwangshochzeiten an. "Wir haben es hier mit etwas zu tun, das im Verborgenen stattfindet", sagt Khanum. Sie schätzt, dass es jedes Jahr bis zu 4000 Fälle landesweit sein könnten - Kinder und Jugendliche, die gegen ihren Willen verheiratet und dazu auch ausser Landes gebracht werden.

    In 15 Prozent der Fälle werden Jungen zur Ehe gezwungen

    Die Forscherin traf Mädchen, die wie Gefangene ihrer eigenen Familie lebten. Auch wenn sie in der Schule bestens voran kamen und sich aufs Abitur vorbereiteten - mit 16 Jahren oder noch jünger wurden sie in die Ehe gezwungen. Khanum berichtet von Kindern, die sich einen schönen Urlaub im Heimatland versprachen.

    Doch nach der Ankunft erfuhren sie plötzlich, dass es keine Rückreise gab, weil der Bräutigam schon wartete.

    Der Widerstand der Mädchen, sagt Nazia Khanum, werde meist mit Drohungen gebrochen: Die Eltern würden sich ob der Schmach scheiden lassen, die Mutter werde Selbstmord begehen, wenn sich die Tochter der Eheschliessung verweigere. Es wird mit Geschenken gelockt, mit Vergewaltigung bestraft. Und: Nicht alle verschwundenen Kinder sind Mädchen. In 15 Prozent der Fälle handelt es sich um Jungen, die in die Ehe gezwungen werden.

    Khanum hörte von einem Fall, in dem die Familie eines stark behinderten Jungen eine Braut aus dem Ausland heranschaffte. Erst nach der Ferntrauung traf das Mädchen ihren Bräutigam zum ersten Mal – und war schockiert. "Ihre Schwiegereltern zwangen sie mit unvorstellbarer Gewalt, die Ehe zu vollziehen", berichtet die Forscherin. Der jungen Frau gelang es, in ein Frauenhaus zu fliehen.

    "Ich habe nur geheult, selbst auf dem Hochzeitsvideo"

    Doch selbst, wenn sich die Frauen aus den Fängen der Familie retten können - die Angst bleibt. Die Studentin Emine* hält sich in Luton versteckt. Sie war mit ihren Eltern in den Urlaub nach Pakistan geflogen. Dort zwangen sie die Eltern in eine Ehe mit einem Mann, der es nur aufs Aufenthaltsrecht in Grossbritannien abgesehen hatte: "Ich habe nur geheult", sagt Emine, "selbst auf dem Hochzeitsvideo, aber das war allen egal."

    Nach der Hochzeit liessen ihre Verwandten sie wissen, sie sei nun Untertanin ihres Mannes: "Ich musste tun, was er sagte." Erst nach drei Jahren kam sie mit ihm nach England zurück – und trennte sich. Ihr Ex-Mann hat sich damit abgefunden, nicht aber Emines Eltern und der Bruder. Die drohen, sie umzubringen, weil sie "Schande" über die Familie gebracht habe. Emine ist auf die Frauenhilfsvereine in Luton angewiesen. In ihrem alten Freundeskreis ist sie eine Aussenseiterin, weil sie ihren Eltern den Gehorsam verweigert hat.>


    -----


    Inhalt    nach oben

    1.11. Jemen: 8-jähriges Mädchen verlangt die Scheidung gegen Vergewaltiger-Ehemann

    Jemen: Das 8-jährige Mädchen Nojoud Muhammed
                    Nasser will die Scheidung
    Jemen: Das 8-jährige Mädchen Nojoud Muhammed Nasser will die Scheidung

    Nojoud Muhammed Nasser wirft ihrem Vater vor, sie zur Heirat mit dem um 22 Jahre älteren Faez Ali Thamer gezwungen zu haben. Thamer habe sie aber nicht spielen lassen, behauptet das Mädchen in einem Bericht der «Yemen Times». Er habe das Kind immer wieder zu sich ins Schlafzimmer geholt und zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Ausserdem habe er sie regelmässig geschlagen.

    Nojoud habe ihre Eltern um Hilfe gebeten, um sich von Thamer scheiden zu können. Aber auch ihr Vater schlug sie. «Ich kann nichts für dich tun», soll dieser seiner Tochter gesagt haben. «Wenn du willst, geh alleine vor Gericht». Und das tat sie.

    Vor einem Gericht in der Hauptstadt Sanaa forderte sie die Auflösung der Ehe. «Mein Ehemann war sehr streng zu mir und wenn ich ihn um Mitleid anflehte, schlug er mich, ohrfeigte und missbrauchte mich. Ich will ein anständiges Leben und die Scheidung.»

    Nojouds Geschichte wird bekannt

    Vor dem Gerichtsgebäude traf Nojoud die Journalistin Hamed Thabet. Diese war über Nojouds Geschichte so beeindruckt, dass sie einen Bericht in der Zeitung veröffentlichte: «Sie war so traurig und so süss. Sie ist eine verheiratete Frau, die so viele Dinge weiss und begreift; doch auf der anderen Seite ist sie ein kleines Mädchen, das noch lernen und spielen möchte», erinnert sich Thabet an ihr Treffen.

    Laut einer Studie werden mehr als 50 Prozent der Mädchen zwischen sieben und neun Jahren zwangsverheiratet. Laut Gesetz beträgt das Mindestalter für eine Heirat 15 Jahre - doch eine Verletzung dieser Vorschrift ist nicht strafbar.

    Nojoud ist das erste minderjährige Mädchen im Jemen, das eine Scheidung beantragt. Einfach wird es Nojoud allerdings nicht haben: Amal Basha, Leiterin einer Frauenorganisation, erklärt die rechtliche Lage: «Sie ist nicht erwachsen, also hat sie das zu tun, was ihr Vormund bestimmt.» Inzwischen hat eine Anwältin Nojouds Fall übernommen und das Mädchen in einem Kinderheim platziert.

    kle/20minuten.ch>

    -----

    Inhalt    nach oben
    n-tv
                        online, Logo

    1.12. Mauretanien 7.3.2009: Zwangsheirat mit 14 und Vergewaltigung mit 15 unter Morddrohung = "religiöser Brauch"

    aus: n-tv online: Zwangsheirat und vergewaltigt16-Jährige verklagt Eltern; 7.3.2009; http://www.n-tv.de/1116187.html

    <Wegen einer Zwangsehe mit einem fast 30 Jahre älteren Mann hat eine 16-Jährige mauretanischer Herkunft ihre Eltern und ihren Ehemann in Spanien vor Gericht gebracht. Nach Presseberichten wurde die mit ihrer Familie nahe dem südspanischen Cádiz lebende Teenagerin während eines Urlaubs in dem islamischen Wüstenstaat im Jahr 2006 mit einem ihrer Vetter zwangsverheiratet und von diesem vergewaltigt. Sie war damals 14 Jahre alt, der Mann hingegen bereits im Alter von 40 Jahren. Als dieser das Mädchen ein Jahr später in Spanien besuchte, habe es ihn mit Unterstützung spanischer Nachbarn wegen sexuellen Missbrauchs bei der Polizei angezeigt.
     
    Der Mann sowie die Eltern wurden damals festgenommen. Ihnen drohen nun lange Haftstrafen. In dem Prozess berichtete die 16-Jährige nach Angaben der Zeitung "El País", ihre Eltern hätten sie zum Geschlechtsverkehr mit ihrem Vetter gezwungen. "Sie drohten, mich andernfalls zu töten, mich zu verbrennen oder mir die Kehle durchzuschneiden." Ihr Vater habe ihr zudem mit einer Steinigung gedroht: "Den ersten Stein werde er werfen, sagte er mir." Aus Furcht vor Repressalien sagte das Opfer per Videokonferenz aus. Die Eltern, die inzwischen unter Auflagen auf freiem Fuss sind, bestritten ebenso wie der Ehemann die Vorwürfe. Das Mädchen habe der Heirat zugestimmt. Ausserdem sei eine solche Ehe nach dem islamischen Recht in dem nordwestafrikanischen Mauretanien legal.
     
    Sorgerecht entzogen
     
    Die Staatsanwaltschaft fordert für die Mutter 17 Jahre Haft und für den Vater 16 Jahre Gefängnis. Ihnen werden unter anderem sexuelle Nötigung und Gewalt gegen Schutzbefohlene vorgeworfen. Das Sorgerecht für die in Spanien geborene 16-Jährige wurde ihnen bereits entzogen. Das Paar hat noch eine jüngere Tochter sowie einen Sohn. Dem Ehemann drohen wegen sexuellen Missbrauchs zehn Jahre Haft.
     
    In Mauretanien löste der Prozess Proteste gegen Spanien aus. Der mauretanische Botschafter in Madrid forderte Verständnis für die religiösen und gesellschaftlichen Bräuche seines Landes.>

    -----


    1.13. Neuseeland 10.10.2010: Tochter (17) aus Tonga für ein Schwein und ein paar Decken zur Zwangsheirat verkauft

    aus: n-tv online: Minderjährige wehrt sich gegen Heirat - Tochter für ein Schwein verkauft; 10.10.2010;
    http://www.n-tv.de/panorama/Tochter-fuer-ein-Schwein-verkauft-article672501.html

    <Ein Ehepaar in Neuseeland hat laut einem Pressebericht seine Tochter für ein Schwein und weitere kleine Gaben an einen Mann verkauft. Die Mutter des Mädchens sowie ihr Mann, bei dem es sich wohl um den Stiefvater handelte, hätten mit einem Mann vereinbart, dass er die Minderjährige zum Preis von einem Schwein und ein paar teuren Decken heiraten dürfe, berichtete die "Sunday Star-Times". Das Paar wollte seine Tochter für ein Schwein und ein paar Decken verkaufen.

    Das etwa 17 Jahre alte aus Tonga stammende Mädchen habe dies nicht gewollt und sei in der Hochzeitsnacht zu seinem Freund abgehauen, bei dem es sich offenbar um den Sohn des Bräutigams handele. Die Mutter sei nach der Flucht ihrer Tochter handgreiflich gegen sie geworden und habe sie zu dem Bräutigam zurückgeschleppt, berichtete das Blatt. Dort sollte sie ihre "ehelichen Pflichten" erfüllen.

    Die Mutter und ihr Mann wurden dem Bericht zufolge wegen Freiheitsberaubung angeklagt, außerdem würden der Mutter zwei tätliche Angriffe gegen das Mädchen zur Last gelegt. Die beiden Beschuldigten sollten noch in diesem Monat vor Gericht erscheinen. Ihnen droht eine mehrjährige Haftstrafe.

    AFP>


    -----


    1.14: Buch "Arab Queen oder Der Geschmack der Freiheit" über das Doppelleben und Zwangsheiraten bei muslimischen Frauen in Deutschland

    Buch "Arab Queen" mit dem Freiheitsweg
                  für Musliminnen
    Buch "Arab Queen" mit dem Freiheitsweg für Musliminnen. Das Buch ist im S.Fischer-Verlag erschienen und kostet 14,95 Euro.

    Muslimische Frauen, die sich nicht dem Patriarchentum ihres Vaters und ihrer Familie unterwerfen wollen, müssen der ganzen Familie entsagen und eine neue Gesellschaft finden. Die eigene Familie wird zum Feind. Wie war das doch: Zwangsheirat ist doch "Religionsfreiheit". Der Justiz ist die mentale Verstümmelung durch Zwangsheirat von Frauen egal, denn die Justiz hat "andere Fälle" zu bearbeiten...

    aus: n-tv online: Lesen & Hören: Frei leben - Flucht vor der Zwangsheirat; 29.8.2010;
    http://www.n-tv.de/panorama/lesenhoeren/Flucht-vor-der-Zwangsheirat-article1370136.html

    <von Solveig Bach

    Über das Ausmaß von Zwangsverheiratungen existieren in Deutschland keine repräsentativen Erhebungen. Experten gehen aber vor dem Hintergrund von Studien in einzelnen Ländern von weit über Tausend Opfern bundesweit pro Jahr aus. Nur wenige wehren sich.

    Nach einer Studie des Instituts für Menschenrechte müssen 29 Prozent der zwangsverheirateten Frauen wegen der Familienehre heiraten, fast alle stammen aus patriarchalen Familien. Nicht irgendwo, sondern mitten in Deutschland. Junge Mädchen fahren in den Sommerurlaub in das Land ihrer Eltern und kehren als verheiratete Frauen zurück, mit einem Mann an der Seite, den sie selbst nie gewählt hätten.

    Doch fehlende Liebe ist dann das kleinste Problem.  Oft erleben die Frauen psychische und sexuelle Misshandlungen. Güner Yasemin Balci, in Berlin-Neukölln geboren und aufgewachsen,  kennt sich in dieser Welt gut aus. Sie hat Erziehungs- und Literaturwissenschaft studiert und im Modellprojekt "Kiezorientierte Gewalt- und Kriminalitätsprävention" und im Mädchentreff MaDonna Mädchenkult.Ur. e.V. mit Jugendlichen aus türkischen und arabischen Familien gearbeitet. Da lag ein Buch über Zwangsehen möglicherweise nahe.

    "ArabQueen oder der Geschmack der Freiheit" ist ein authentischer Einblick in jene Parallelleben, die in deutschen Großstädten geführt werden. Mariam ist zu Hause die folgsame Tochter kurdischer Eltern. Doch heimlich geht sie mit ihrer deutschen Freundin Lena tanzen und träumt von einem selbstbestimmten Leben  ohne die ständige Überwachung durch den Vater und die Brüder. Als ihr die Zwangsverheiratung mit einem Cousin droht, flüchtet sie. Nach einer  Zwischenstation bei der Hilfsorganisation Papatya wagt sie schließlich  den Neuanfang in einer anderen Stadt.

    Spannende Vorbilder

    Balci beschreibt das Leben jener Mädchen und Frauen unglaublich exakt, und kann dennoch nicht wirklich fesseln. Manchmal ist die Realität wohl spannender als jede Fiktion. Im Vorwort erinnert sich die Autorin an die Vorbilder für ihre Romanfiguren.

    Sie beschreibt zwei aufgeweckte, lebenshungrige junge Frauen, die plötzlich verschwinden und die sie erst  Jahre später wiedersieht. Es sind traurige Begegnungen mit früh gealterten irgendwie erloschenen Menschen.>



    -----

    Weitere Beispiele von Zwangsheiraten


    Inhalt    nach oben
    20 minuten, Logo

    Zwangsheirat in Saudiarabien 30.12.2008

    Wann stoppt der Terror gegen Mädchen in Saudiarabien?

    Saudiarabien: 10-Jährige an 40 Jahre alten Freund zwangsverheiratet - als 3. Ehefrau

    aus: 20 minuten online: Saudi-Arabien. Ärzte verhindern Verheiratung einer Fünfjährigen; 30.12.2008;
    http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/10072082

    <Mitarbeiter eines Gesundheitszentrums in der saudi- arabischen Handelsmetropole Dschidda haben die Verheiratung von zwei Mädchen im Alter von fünf und elf Jahren verhindert.

    Die oberste Kontrolleurin des Zentrums, Hana Harsani, sagte der Zeitung «Al-Watan» vom Dienstag, die Mutter der Schwestern habe die Kinder mit zwei Männern aus der Verwandtschaft im Alter von jeweils rund 20 Jahren verheiraten wollen. Dadurch sollten die Erbansprüche der Mädchen gesichert werden.

    Sie habe sich jedoch dann von den Ärzten überzeugen lassen, dass es für die Kinder besser sei, noch einige Jahre zu warten, erklärte Harsani. In dem Gesundheitszentrum melden sich Heiratswillige zu der in dem Königreich gesetzlich vorgeschriebenen vorehelichen Untersuchung auf Aids und Erbkrankheiten.

    Harsani sprach sich im Interview mit «Al-Watan» für die Einführung eines gesetzlichen Mindestalters für Braut und Bräutigam aus.

    Die Ärztin sagte, in einem anderen Fall sei es den Mitarbeitern des Zentrums nicht gelungen, einen jungen Mann davon abzuhalten, seine zehn Jahre alte Schwester mit einem 40-jährigen Freund zu verheiraten. Das Waisenmädchen habe nie eine Schule besucht.

    Der Bräutigam machte sie zu seiner dritten Ehefrau. Im islamischen Königreich Saudi-Arabien dürfen Männer bis zu vier Ehefrauen gleichzeitig haben.
    Quelle: SDA/ATS>

    -----

    20 minuten, Logo

    Das berichtete die Zeitung «Saudi Gazette» am Donnerstag unter Berufung auf Justizkreise in der Stadt Aneisa.
    Nachdem sich bei zwei Gerichtsterminen im vergangenen Jahr sowohl der Richter als auch der Ehemann des Kindes geweigert hatten, die Scheidung auszusprechen, führte nun ein anderer Richter die aussergerichtliche Einigung herbei.

    Den Prozess hatte die von dem Vater geschiedene Mutter des Mädchens angestrengt, das im Alter von acht Jahren mit einem Bekannten ihres Vaters verheiratet worden war. Der Ehemann soll dem Vater als Gegenleistung Schulden in Höhe von umgerechnet über 8000 Franken erlassen haben.

    Nach Informationen der Zeitung hatte der Mann bereits zwei Ehefrauen. In dem islamischen Königreich gibt es kein gesetzlich festgelegtes Mindestalter für Eheschliessungen. Ein Mann darf bis zu vier Ehefrauen gleichzeitig haben.

    Quelle: SDA/ATS>

    -----

    Spiegel online, Logo<

    <Saudi-Arabien [6.5.2009]: Ehepaar verheiratet zehnjährige Tochter

    aus: Spiegel online; 6.5.2009; http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,623221,00.html

    Empörung in Saudi-Arabien: Dort hat ein Ehepaar seine zehnjährige Tochter mit einem 26-Jährigen verheiratet. Ihr Vater wollte nicht, dass das Mädchen "eine alte Jungfer" wird.

    Riad - Auf die Frage eines Journalisten der Zeitung "al Watan", warum sie den Ehevertrag unterschrieben hat, antwortete die kleine Amina: "Meine Mutter hat mir gesagt, dass er (der Bräutigam) mit mir zum Lebensmittelladen gehen wird, um mir dort alles zu kaufen, was ich will." Außerdem habe sie nicht gewollt, dass ihr Vater böse wird.

    Dieser ist dem Bericht zufolge absolut davon überzeugt, die richtige Entscheidung für seine Tochter getroffen zu haben. Er habe sie so früh verheiratet, "damit sie keine alte Jungfer wird". Mit den vier jüngeren Schwestern von Amina wolle er genauso verfahren, sobald sie in ihrem Alter sind, zitiert ihn das Blatt.

    Zwar hatte die Mutter laut "al Watan" wenigstens noch zwei Jahre warten wollen, bis die Ehe vollzogen wird, doch der 26-jährige Bräutigam lehnte das ab. Die Hochzeitsfeier, bei der es auch zum Geschlechtsverkehr zwischen dem Mädchen und ihrem Ehemann kommen soll, wird demnach in zwei Monaten stattfinden.

    In dem islamischen Königreich gibt es bislang kein Mindestalter für die Eheschließung. Aus Sicht saudischer Menschenrechtler ist die Verheiratung von Mädchen, die noch nicht in der Pubertät sind, zwar eine legalisierte Form von Kindesmissbrauch, trotzdem sind bislang alle Vorstöße gegen die Praxis gescheitert. Zahlreiche einflussreiche islamische Religionsgelehrte in Saudi-Arabien verteidigen sie weiterhin.

    Es sei nur etwas schade, sagte die Fünftklässlerin Amina der Zeitung, dass sie nun nicht mehr Lehrerin werden könne.

    jek/dpa>

    -----

    20
                      minuten, Logo

    Saudi-Arabien 26.8.2009: <Zwangsheirat: 10-Jährige muss zu 80-jährigem Ehemann zurück

    aus: 20 minuten online; 26.8.2009; http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/31105497

    In Saudi-Arabien ist ein 10-jähriges Mädchen vor ihrem 80 Jahre alten Ehemann geflohen, den ihr Vater für sie ausgesucht hatte. Doch die Flucht war vergebens.
    Das Mädchen aus der Provinz Al-Laith am Roten Meer sei aus dem Haus des Mannes zu einer Tante geflohen, berichtete die Zeitung «Arab News» am Mittwoch.

    Als sich der verlassene alte Mann bei seinem Schwiegervater beschwerte, brachte dieser das Mädchen nach zehn Tagen gegen dessen Willen zurück zu dem Gatten. In dem islamischen Königreich gibt es kein Mindestalter für die Heirat. Ein Mann darf bis zu vier Ehefrauen gleichzeitig haben.

    Der Ehemann sagte einem Journalisten: «Meine Ehe verstösst nicht gegen das islamische Recht.» Er habe ursprünglich eine ältere Tochter aus der gleichen Familie heiraten wollen, da diese jedoch ihre Ausbildung habe fortsetzen wollen, habe ihm der Vater die jüngere Tochter als Braut angeboten.

    Die Nationale Menschenrechtsorganisation in Saudi-Arabien kämpft seit einigen Jahren gegen die Zwangsverheiratung minderjähriger Mädchen - bislang allerdings ohne Erfolg.

    (sda) >

    -----

    n-tv online, Logo

    Saudi-Arabien 7.10.2010: <Panorama: Selbst saudischer Notar geschockt: 10-Jährige wird dritte Ehefrau>

    aus: n-tv online; 7.10.2010; http://www.n-tv.de/panorama/10-Jaehrige-wird-dritte-Ehefrau-article1662756.html

    <In Saudi-Arabien hat ein Notar ein zehnjähriges Mädchen verheiratet. Der 34 Jahre alte Bräutigam machte das Kind, das die vierte Klasse der Grundschule besuchte, zu seiner dritten Ehefrau. Der Notar, Scheich Said bin Abdullah al-Dschalil, sagte der saudischen Tageszeitung "Al-Watan", er sei bis heute über den Vorfall schockiert, der bereits zwei Jahre zurückliege.

    Er habe damals vergeblich versucht, die Eltern des Mädchens von der Idee abzubringen, ihre Tochter in diesem Alter zu verheiraten. Da das Mädchen aber "Ja" gesagt habe, sei er gezwungen gewesen, den Heiratsvertrag aufzusetzen.

    In Saudi-Arabien dürfen Männer nach islamischem Recht bis zu vier Ehefrauen gleichzeitig haben. Versuche von saudischen Menschenrechtlern, ein Mindestalter für die Heirat festzulegen, blieben bislang ohne Erfolg.

    dpa>

    [Ein Mindestalter für Heirat gilt als "christliches Gesetz" und wird deswegen als "unislamisch" abgelehnt. Aber das Erdöl kauft man den Saudis ja gerne ab, die dummen Amis und Europäer mit ihrem Erdölkonsum].

    -----

    Zwangsheirat unter den Roma


    20 minuten, Logo

    Viele Roma verteidigen die frühen Ehen als Teil ihrer Tradition. «Auf diese Weise sind wir sicher, dass kein anderer das Mädchen anfasst und dass - wenn der Moment gekommen ist – unsere Kinder auch heiraten», erzählt der Rumäne Ion Dumitrache, kurz nachdem sein 15-jähriger Sohn mit einem 10-jährigen Mädchen verlobt wurde. Es kümmert den Familienvater wenig, dass das legale Mindestalter für die Heirat 16 Jahre ist.

    Die Kinder sollen sich gewöhnen

    Die Tradition der frühen Verlobung hat einen «guten Grund»: «Ich möchte, dass sich meine Schwiegertochter an uns gewöhnt. Dann wird es viel einfacher, wenn sie eines Tages meinen Sohn heiratet», sagt eine 34-Jährige, die selbst mit 14 Jahren verheiratet und mit 16 Mutter wurde.

    Romas, die ihre alte Tradition verteidigen, finden nichts dabei, Minderjährige unter die Haube zu bringen. Doch andere Mitglieder der Gemeinschaft sind kritisch. Vor allem dann, wenn besonders kleine Mädchen zur Heirat versprochen werden. «Verlobungen mit elf oder zwölf Jahren, das ist normal. Aber mit sechs Jahren, das ist zu früh», findet der etwa 40-jährige Dumitru. «Wenn das so weitergeht, werden wir unsere Schwiegertöchter noch in der Babyzeit aussuchen», sagt ein anderer Roma halb ironisch, halb ernst.

    (kle)>

    -----

    Zwangsheirat in Ägypten

    n-tv online, Logo

    18.8.2009: Vergewaltigung, Zwangsheirat und Baby ohne Mann in Ägypten

    aus: n-tv online: Unrecht in Ägypten. Zwangsverheiratet und sitzengelassen; 18.8.2009;
    http://www.n-tv.de/panorama/Zwangsverheiratet-und-sitzengelassen-article465354.html

    <Zuerst gegen ihren Willen verheiratet, dann vom Mann mit dem Baby sitzengelassen: Das Schicksal einer 17-Jährigen aus Kairo ist bezeichnend für das Unrecht, das junge Frauen und Mädchen in der stark traditionell geprägten ägyptischen Gesellschaft oft erdulden müssen.

    Der Leidensweg der jungen Frau begann, als ein Nachbar über den Balkon bei ihr ins Schlafzimmer einstieg, berichtet die Zeitung "Egyptian Mail". Nachdem sie aus dem Schlaf aufgeschreckt war und um Hilfe gerufen hatte, erklärte der Nachbar den herbeigeeilten Eltern schlagfertig, dass er mit der Tochter ein Liebesverhältnis hätte.

    Das war eine dreiste Lüge, aber die Eltern glaubten dem jungen Mann und nicht der eigenen Tochter. Getrieben von der Panikvorstellung, ihre vermeintlich nicht mehr jungfräuliche Tochter anderweitig nicht mehr verheiraten zu können, schleppten sie die beiden aufs Standesamt.

    Zwei Monate später verschwand der frisch verheiratete Ehemann auf Nimmerwiedersehen. Die 17-Jährige gebar sieben Monate später ein Baby. Am Ende erklärte sich ein Bruder des abgetauchten Kindsvaters bereit, der jungen Mutter Unterhalt in Höhe von fünf Pfund (0,64 Euro) pro Tag zu bezahlen - selbst in Ägypten ist das ein Pappenstiel.

    dpa >

    -----

    Zwangsheiraten in Pakistan

    20 minuten, Logo

    England-Pakistan 5.10.2009: <Zwangsheirat: Die verkauften Bräute von Pakistan

    aus: 20 minuten online; 5.10.2009; http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/Die-verkauften-Braeute-von-Pakistan-18814315

    Teenager-Ehen - in Pakistan keine Seltenheit: Auch der 17-jährigen Tanja erging es so. Als Britin mit pakistanischen Wurzeln musste sie sich der Tradition ihrer Eltern beugen.

    Eine Sondereinheit des britischen Konsulats in Pakistan sucht nach versteckten Frauen (Bild: SF)

    TV-Tipp: «Verkaufte Bräute: Zwangsverheiratet nach Pakistan», heute 22:50 Uhr auf SF 1.

    In Ländern wie Pakistan ist es auch heute noch üblich, dass die Eltern ihre Töchter verheiraten. Wenn diese Glück haben, werden sie gefragt, ob sie den Auserwählten ehelichen möchten. Oft jedoch werden Ehen zwischen den Eltern ausgehandelt, und das zukünftige Ehepaar muss sich fügen. Zwangsehen haben häufig finanzielle Hintergründe. Durch die Migration hat sich das Phänomen auch in Europa ausgebreitet. Allein in Grossbritannien werden jährlich rund 4000 junge Frauen gegen ihren Willen verheiratet - vor allem nach Pakistan.

    Die britische Fernsehmoderatorin Saira Khan hat selber pakistanische Wurzeln. Schockiert darüber, dass die meisten britischen Zwangsehen in Pakistan geschlossen werden, reiste sie in das Land ihrer Eltern. Dort begleitete sie die Mitglieder der britischen Sondereinheit für Zwangsheirats-Opfer auf ihren Rettungseinsätzen und lernte die bewegenden Schicksale einiger Betroffenen kennen.

    Flucht zurück nach Grossbritannien

    Da ist Tanja, die schon einmal von ihren Eltern mit einem Cousin zwangsverheiratet wurde und nun zum zweiten Mal gerettet werden muss. Oder Rubina: Sie wurde von ihrem Mann misshandelt, wagte es aber unter dem Druck ihrer Familie nicht, sich von ihm zu trennen. Bei Zara konnte die Heirat verhindert werden, doch sie befürchtet, dass ihre Eltern sie erneut nach Pakistan locken werden. Alia, die ihren 15-jährigen Cousin heiraten musste, kehrte mit Hilfe der Sondereinheit nach England zurück; ihr Vater spricht nun nicht mehr mit ihr. Und den Mann, den sie liebt, darf sie nicht heiraten, obwohl auch er ein Cousin ist.

    Während diesen Frauen teilweise geholfen werden konnte, gibt es Tausende, deren Schicksal niemand kennt, weil sie es nicht wagen, die Sondereinheit zu kontaktieren. Ihre Angst ist verständlich, denn nicht wenige bezahlen ihren Mut mit dem Leben. Sie werden ermordet, weil sie es gewagt haben, gegen die Familienehre zu verstossen.>

    -----

    Zwangsheirat in China

    21.9.2010: Zwangsheirat in China

    aus: 20 minuten online: Entführungen: Frauen in China werden zur Handelware; 21.9.2010; http://www.20min.ch/news/ausland/story/12250907

    <Weil das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern in China immer grösser wird, werden einem Bericht zufolge immer mehr Frauen entführt und zwangsverheiratet.

    Die Opfer würden als Bräute verkauft oder zur Prostitution gezwungen, berichtete die Zeitung «Global Times» am Dienstag. Die Polizei habe seit April 2009 mehr als 10 000 entführte Frauen befreit, darunter 1100 Ausländerinnen.

    Zudem seien fast 6000 gekidnappte Kinder aus der Gewalt ihrer Entführer befreit worden. «Kinder werden an kinderlose Paare verkauft und Frauen an Familien, die ihre Söhne verheiraten wollen», zitierte die Zeitung Li Hongtao von der chinesischen Frauen- Universität.

    Das Problem des Menschenhandels sei in den vergangenen Jahren «komplizierter, international und professionell» geworden, sagte ein ranghoher Beamter des Ministeriums für öffentliche Sicherheit laut der Zeitung. «Es ist eine neue Herausforderung für die Polizei.»

    Dem Bericht zufolge kamen 2005 120 Männer auf 100 Frauen in China. Für das wachsende Ungleichgewicht wird unter anderem die Ein- Kind-Familienpolitik der Regierung verantwortlich gemacht, die wegen der traditionellen Bevorzugung von Jungen dazu geführt hat, dass mehr männliche Kinder geboren werden.

    Inzwischen gebe es in China nicht mehr genügend Frauen im heiratsfähigen Alter, hiess es in der «Global Times».

    (sda)>

    -----

    Zwangsheirat in der Türkei

    Provinz Konya (Türkei) 7.1.2011: <Illegaler Deal geplatzt: Rosa Schuhe verraten Kinderbraut>

    aus: n-tv online; 7.1.2011; http://www.n-tv.de/panorama/Rosa-Schuhe-verraten-Kinderbraut-article2308611.html

    Rosa Schuhe für die Kinderbraut haben in der Türkei die geplante Verheiratung eines zwölfjährigen Mädchens auffliegen lassen. In der zentralanatolischen Provinz Konya habe ein Familienvater seine Tochter mit einem 30 Jahre alten Mann verlobt, berichtete die Zeitung "Cumhuriyet". Der illegale Deal flog auf, weil das Mädchen in der Schule von den schönen rosa Schuhen schwärmte, die es als Verlobungsgeschenk erhalten hatte. Das kam den Lehrern zu Ohren, die die Behörden einschalteten.

    Das gesetzliche Mindestalter für Eheschließungen in der Türkei liegt bei 16 Jahren; insbesondere in ländlichen Gegenden der Türkei werden viele Mädchen jedoch schon früher von ihren Eltern verheiratet oder künftigen Ehemännern versprochen. Das Kind in Konya habe den von einem Brautwerber ausgesuchten Ehemann in spe noch nie gesehen, berichtete "Cumhuriyet". Um es für seine Vermählung zu begeistern, habe die Familie die rosa Schuhe gekauft. Die Lehrer der Zwölfjährigen versuchten laut dem Blatt vergeblich, ihren Vater von den illegalen Heiratsplänen abzubringen. Als er sich nicht umstimmen ließ, wandten sie sich schließlich an die Behörden, diese leiteten Ermittlungen ein.

    AFP>



    Inhalt    nach oben
    Selbstmorde wegen Zwangsheiraten

    Basler Zeitung online, Logo

    Türkei 15.2.2010: Selbstmorde von zwangsverheirateten Mädchen

    aus: Basler Zeitung online: Tod von «Kinderbräuten» schreckt die Türkei auf; 15.2.2010;
    http://bazonline.ch/ausland/europa/Tod-von-Kinderbraeuten-schreckt-die-Tuerkei-auf/story/26590955

    <In der Türkei haben sich mehrere Mädchen umgebracht, die von ihren Familien vor dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestalter verheiratet wurden. Die Regierung schaut tatenlos zu.

    Die Regierung in Ankara müsse umgehend einen Aktionsplan gegen solche Zwangsehen auflegen, forderte die bekannte Frauenrechtlerin Selen Dogan am Montag in der Zeitung «Taraf». Vor wenigen Tagen hatte sich die erst 14-jährige Havva Üzüm aus dem ostanatolischen Erzurum erhängt, nachdem sie mit einem 19-Jährigen verheiratet worden war.

    Das gesetzliche Mindestalter für Eheschliessungen liegt in der Türkei bei 17 Jahren; in Ausnahmefällen kann ein Gericht die Genehmigung für die Hochzeit eines 16-jährigen Mädchens oder Jungens erteilen. Besonders in ländlichen Gegenden der Türkei werden aber viele Mädchen als «Kinderbräute» wesentlich früher verheiratet.

    Erhängen, Schüsse, Rattengift

    Die Eheschliessung erfolgt in einer religiösen Zeremonie, die gesetzlich keinen Bestand hat und zudem eine Straftat darstellt. Experten beklagen, dass die Behörden zu wenig unternehmen, um diese zu ahnden.

    Nach einer Studie werden mindestens sieben Prozent der türkischen Mädchen von ihren Eltern vorzeitig aus der Schule genommen, um sie zu verheiraten. Laut «Taraf» sind in den vergangenen Jahren mehrere Selbstmorde von «Kinderbräuten» bekannt geworden. Einige Mädchen erhängten sich, andere nahmen sich mit Schusswaffen das Leben. In einem Fall schluckte ein Mädchen Rattengift.
    (sam/sda)>

    -----

    Weitere Meldungen zur Zwangsheirat


    Jemen 13.9.2009: <Schwere Blutungen: 12-Jährige stirbt bei Geburt

    aus: 20 minuten online; 13.9.2009; http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/17887972

    Ein im Jemen zwangsverheiratetes 12-jähriges Mädchen ist bei der Geburt seines Babys gestorben.Wie die jemenitische Kinderschutzorganisation Sijadsch mitteilte, erlitt Fausia Abdallah am Freitag bei der Totgeburt ihres Kindes in einem saudiarabischen Spital schwere Blutungen.

    Die Blutungen liessen sich nicht mehr stoppen, wie Sijadsch am Sonntag mitteilte. Demnach wurde das Mädchen im Alter von elf Jahren von ihren völlig mittellosen Eltern aus der Schule geholt und zur Ehe gezwungen, mit zwölf Jahren wurde sie dann schwanger.

    Der Jemen zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, Zwangsehen für minderjährige Mädchen sind keine Seltenheit. Im vergangenen Jahr sorgte der Fall der kleinen Nodschud Mohammed Ali für Aufsehen, die im Alter von acht Jahren nach zwei Jahren Zwangsehe per Gericht die Scheidung von ihrem 20 Jahre älteren Mann durchsetzte.

    Bürgerrechtsgruppen fordern schon seit längerem ein Mindestalter von 18 Jahren für Eheschliessungen.

    (sda)>

    -----

    n-tv online, Logo

    Zwangsheirat 23.3.2010: Kinderschutz soll "unislamisch" sein

    aus: n-tv online: «Ich bin mit 15 verheiratet worden»; 23.3.2010;
    http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Ich-bin-mit-15-verheiratet-worden/story/24840678

    <Die Verheiratung von Mädchen im Kindesalter ist im Jemen gängiger Brauch. Ein neues Gesetz sollte dies unterbinden. Dieses steht jetzt aber auf der Kippe – es sei unislamisch.
     
    Der Protest der Mädchen: Schülerinnen im Jemen demonstrieren gegen die Kinderehe.

    Vor einigen Jahren machte ein achtjähriges Mädchen Furore, das mutig ins Gericht marschierte und die Scheidung von ihrem Ehemann verlangte, einem Mann in den 30ern. Die Bemühungen im Jemen um ein Verbot der Kinderehe haben jetzt einen herben Rückschlag erlitten: Einige der einflussreichsten islamischen Gelehrten erklärten Befürworter des Verbots zu Abtrünnigen. Mit dem religiösen Dekret steht ein Gesetz auf der Kippe, das Eheschliessungen von Mädchen unter 17 Jahren untersagt.

    Die Verheiratung von Mädchen noch im Kindesalter ist im Jemen gängiger Brauch. Ihn abzuschaffen, ist auch wegen der bitteren Armut im Land nicht leicht: Auf einen Brautpreis im Wert von mehreren hundert Euro verzichten arme Familien nur schwer.

    Über ein Viertel der Jemenitinnen heiraten einem Bericht des Sozialministeriums zufolge vor ihrem 15. Geburtstag. Auch Stammessitten spielen dabei eine Rolle und die Auffassung, dass eine junge Braut zu einer gefügigen Ehefrau geformt werden kann, mehr Kinder zur Welt bringt und keinen Versuchungen ausgesetzt ist.

    Verfassungsausschuss prüft

    Im Februar vorigen Jahres wurde das Mindestalter für die Eheschliessung gesetzlich auf 17 Jahre festgelegt. Doch das Gesetz wurde von einigen Politikern als unislamisch kritisiert, angefochten und zur Prüfung an den Verfassungsausschuss des Parlaments zurückverwiesen. Eine Entscheidung des Gremiums wird im kommenden Monat erwartet. Dem Ausschuss gehören auch einige der Geistlichen an, die das Dekret am Sonntag unterzeichneten.

    Zu den Klerikern zählt auch der einflussreiche Scheich Abdul Madschid al Sindani, den die USA als religiösen Mentor des Terroristenführers Osama bin Laden betrachten. Al Sindani bestreitet, dem Terrornetzwerk al-Qaida anzugehören. Dass sich Regierungsvertreter ungern mit Al Sindani und anderen konservativen Religions- und Stammesführern anlegen wollen, deren Rückhalt sie zur Aufrechterhaltung der labilen Machtverhältnisse brauchen, macht es den für ein Verbot kämpfenden Menschenrechtsgruppen nicht leichter.

    Die Geistlichen organisierten am Sonntag eine Protestdemonstration von Frauen gegen das Gesetz. Von Kopf bis Fuss schwarz verschleiert, trugen sie Plakate mit der Parole «Ja zu den islamischen Rechten der Frauen». «Ich bin mit 15 verheiratet worden und habe heute viele Kinder», erklärte die Demonstrantin Umm Abdul Rahman. «Und ich werde meine Tochter im gleichen Alter verheiraten, wenn ich beschliesse, dass sie bereit dafür ist.»

    Frage von Leben und Tod

    Früher galt im Jemen das Mindestalter von 15 Jahren, doch das entsprechende Gesetz wurde in den 1990er Jahren abgeschafft mit der Begründung, die Eltern sollten entscheiden, wann ihre Tochter heirate. Das Schicksal der Kinderbräute gelangte vor drei Jahren mit der Scheidungsklage der Achtjährigen in die Schlagzeilen. Das Mädchen setzte letztlich die Scheidung durch, und das Parlament begann sich des Themas anzunehmen.

    Im September starb nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation ein zwölf Jahre altes verheiratetes Mädchen bei der Geburt eines Kindes, nachdem sie drei Tage lang in den Wehen gelegen hatte. «Die Regierung hat zwei Möglichkeiten: den Mädchen im Jemen eine Chance im Leben zu geben oder sie zur Todesstrafe zu verurteilen», sagte Amal Bascha, Vorsitzende der Menschenrechtsgruppe «Forum Arabischer Schwestern», die für Dienstag ebenfalls eine Demonstration geplant hatte.
    (jak/ddp)>

    -----

    20 minuten online, Logo

    Jemen 23.3.2010: Demo gegen Kinderehen

    aus: 20 minuten online: Demonstration gegen Kinderehen; 23.3.2010; http://www.20min.ch/news/ausland/story/21631969

    <Mehrere hundert Frauen haben vor dem Parlament im Jemen am Dienstag gegen Eheschliessungen von Mädchen unter 17 Jahren demonstriert.Die Frauen unterstützten mit ihrem Protest ein auf der Kippe stehendes Gesetz für ein entsprechendes Mindestalter.

    Hunderte Frauen gingen im Jemen für ihr Anliegen auf die Strasse.

    Einige der einflussreichsten islamischen Gelehrten haben Befürworter der Regelung zu Abtrünnigen erklärt. Das Gesetz stammt von Februar vorigen Jahres, wurde von einigen Politikern aber angefochten und zur Prüfung an den Verfassungsausschuss des Parlaments zurückverwiesen.

    Eine Entscheidung des Gremiums wird im April erwartet. Mehr als ein Viertel der Jemenitinnen heiraten einem Bericht des Sozialministeriums zufolge vor ihrem 15. Geburtstag.

    (ddp)>

    -----

    20 minuten online, Logo

    25.3.2010: Zwangsheirat bei Christen, Hindus und Muslimen etc.

    aus: 20 minuten online: Zürcher: Zwangsheirat kommt in allen Religionen vor; 25.3.2010;
    http://www.20min.ch/news/zuerich/story/27814792

    <In der Stadt Zürich sind Fachleute vermehrt mit dem Thema Zwangsheirat konfrontiert. Davon betroffen sind Männer wie Frauen aller Religionen.Zwangsheirat komme bei hinduistischen Tamilen, christlich-orthodoxen Assyrerinnen, alevitischen Kurden, katholischen Kosovarinnen und muslimischen Türken vor, schreibt die Stadt in einer Mitteilung vom Donnerstag. Neben Frauen seien auch Männer betroffen. Die Gründe für eine Zwangsehe sind vielfältig. Das hält eine Studie der Stadtzürcher Fachstelle für Gleichstellung fest.

    Verhindert werden kann ein erzwungener Bund fürs Leben vor allem über eine kompetente Beratung. In der Stadt Zürich existiere ein «breites Netz» an Beratungsstellen. Allerdings fehle es den Fachpersonen an Know-how, weshalb die Betreuer gezielter geschult werden müssten.

    Schule miteinbeziehen

    Da oft die Schule als erste in Kontakt mit den Betroffenen komme, will die Fachstelle gemeinsam mit dem Schuldepartement prüfen, wie das Thema Zwangsheirat in Schulen thematisiert werden kann.

    Zudem sollen die Ergebnisse der Studie in Frauengruppen und Migrationsvereinen diskutiert und Präventionsmassnahmen besprochen werden. Für die Studie wurden im Frühling und Sommer des letzten Jahres 35 Personen von städtischen Fachstellen befragt.>

    Kommentar
    Auch die ultra-orthodoxen Juden kennen die Zwangsheirat. An die jüdischen Schulen kommen die Gemeindeverwaltungen aber nicht heran...

    Michael Palomino, 4.4.2010

    -----

    Zwangsheirat im Irak

    Spiegel online, Logo

    Irak 4.4.2010: Den Ehepartner bestimmen sowieso die Eltern - und Ehrenmorde im Irak werden mit 3 bis 6 Monaten bestraft

    aus: Spiegel online: Sex und Moral: Iraks Chatter fürchten die Liebe; 4.4.2010;
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,686969,00.html

    <Aus Bagdad berichtet Ulrike Putz

    Heisse Flirts im Internet - das suchen viele irakische Teenager. Doch wer sich dann in seinen Chatpartner verliebt, hat ein Problem: Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit werden kaum toleriert. Den Ehepartner bestimmen sowieso die Eltern.

    Bagdad - Nuna und Mustafa halten Händchen, schauen sich in die Augen, ihre Schultern berührend sich. Aber Küsse gibt es nicht. Das ginge im Azzara-Park im Süden Bagdads zu weit.

    Das Pärchen lässt die Nachmittagsvorlesungen über englische Literatur heute sausen. Die 22-jährige Studentin und ihr ein Jahr älterer Freund sind zum Picknick verabredet. Mit ihrer Clique von der privaten al-Turath Universität sitzen sie im Schatten von Palmen. Ein Frühlingssandsturm hat den Park braun gepudert.

    Auf einem großen Teller türmen sich Reis und Gemüse, die Freunde graben mit Plastiklöffeln nach den besten Stücken - und reden über das Thema, das jungen Menschen überall auf der Welt am meisten am Herzen liegt: die Liebe.

    Die Frauen in der Clique geben sich keusch, die Männer erfahren. Die meisten Jungs prahlen, sie hätten schon diverse Freundinnen und mit ihnen jede Menge "Spaß gehabt". Wo sie ihre Liebschaften im sonst so prüden Irak aufgegabelt haben? "Im Internet, ist doch klar."

    Sieben Jahre nach Einmarsch der US-Truppen könnte das Leben von Iraks Teenagern von Zukunftsängsten bestimmt sein: die tägliche Angst vor dem anhaltenden Bombenterror; die hohen Kosten für eine gute Ausbildung, die viele Familien nicht aufbringen können; die große Sorge, ob man einen der wenigen ordentlich bezahlten Jobs ergattern wird. Viele vergessen diese Sorgen in Internetchatrooms.

    Dort wird geflirtet und geturtelt, per Handy werden Liebesgrüße verschickt. Telefonnummern werden aber noch auf altertümliche Weise ausgetauscht: "Ich habe oft ein Zettelchen mit meiner Nummer dabei, das ich fallen lasse, wenn ich ein süßes Mädchen sehe", sagt Nabil, einer der Studenten im Park. "Wenn ich Glück habe, hebt sie es auf."

    Nahe des ehemaligen Saddam-Parks treffen sich verwegene Paare nach Sonnenuntergang zum Knutschen: Die ärmeren hinter den Büschen, die reicheren auf dem Rücksitz von Vaters Auto. Das wissen auch die Spanner: Über Handy-Filmchen, die sie von nächtlichen Aktivitäten verbreiten, spricht ganz Bagdad.

    "Ich glaube, es geht bei uns hitziger zu als bei Euch im Westen", sagt Nabil. "Wir müssen uns ranhalten, wenn wir was vom Leben haben wollen. Denn wenn wir Anfang zwanzig sind, kommen unsere Eltern und verheiraten uns mit einer Cousine oder einer Nachbarin. Dann ist der Spaß vorbei."

    2. Teil: Lose Frauenzimmer taugen nicht für die Ehe

    aus: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,686969-2,00.html

    Internet und Handy haben den irakischen Jugendlichen kleine Freiheiten gebracht, doch die Tradition haben sie nicht gebrochen. Wer wen heiratet, das entscheiden immer noch die Eltern.

    Besonders Frauen sehen sich plötzlich mit strengen Regeln konfrontiert, wenn sie ins heiratsfähige Alter kommen. Ein Grundsatz lautet: Jedes Mädchen muss als Jungfrau in die Ehe gehen. Doch seit es üblich geworden ist, auch schon vor der Ehe einen Freund zu haben, erfüllen längst nicht alle dieses Kriterium.

    Experten der Uno-Mission im Irak schätzen, dass viele Tausend Irakerinnen jährlich Opfer von Ehrenmorden werden. Etwa wenn sich in der Hochzeitsnacht zeigt, dass sie bereits Sex hatten. Die Strafen für die Täter sind minimal. "Männer, die der Ehre wegen eine weibliche Verwandte töten, kommen mit drei bis sechs Monaten Haft davon", sagt Salma Jabou.

    Für die Frauenrechtlerin und Beraterin von Präsident Nuri al-Maliki steht fest: "Irak war und ist eine typische Macho-Gesellschaft." Das große Problem sei, dass die Jugendlichen allen Verlockungen der modernen Welt ausgesetzt seien, über kurz oder lang aber unters Joch der Tradition gezwungen würden. "Im Irak erleben wir einen Clash zwischen der Vergangenheit und der Zukunft", meint Jabou.

    Diesen Widerspruch zwischen Tradition und Moderne erlebt Momammad al-Bagdadi am eigenen Leib. Nur unter diesem Decknamen will der Computertechniker zitiert werden. "Ich suche im Internet eine Frau, würde aber nie eine heiraten, die chattet. Die Gefahr, dass sie ein loses Frauenzimmer ist, wäre viel zu hoch", sagt er. "Irakische Schizophrenie" nennt der 40-Jährige das.

    Er hatte noch nie eine Freundin und ist seit Monaten in Bagdads Chatrooms auf der Suche nach der Frau fürs Leben - bisher erfolglos. "Wir Iraker sind eben konservativ, wir wollen keine verspielte Frau, die womöglich mehr Erfahrung hat als wir selber", sagt al-Bagdadi.

    "Wir wissen nicht mehr, was richtig und was falsch ist"

    Auch Hollywood gibt er eine Teilschuld daran, dass er noch Single ist: "Die Filme, die wir jetzt zu sehen bekommen, haben eine Generation hervorgebracht, die an die große Liebe glaubt, auf die dann die Heirat folgt." Das kollidiere mit dem nahöstlichen Konzept, wonach die Liebe nach der Hochzeit schon wachsen werde. Arrangierte Ehen seien auch deshalb immer noch die Norm, weil sie vom Islam empfohlen würden, sagt der Computerfachmann: "Schon Prophet Mohammed hat gesagt, dass derjenige, der zwei Köpfe auf ein Kopfkissen bettet, für sich ein Haus im Himmel baut."

    Auch die Studentin Hanin lebt zwischen Tradition und Moderne. "Für uns Jugendliche ist es heutzutage schwer, wir wissen nicht mehr, was richtig und was falsch ist", sagt die junge Frau, die zum Treffen der Clique von Nuna und Mustafa in den Park gekommen ist.

    Hanin chattet - ist aber auf der Hut, sich bloß nicht zu verlieben. "Ich weiß, dass das alles von einem Moment auf den anderen vorbei wäre, wenn mir meine Eltern meinen Bräutigam vorstellen."

    Die verliebten Zärtlichkeiten ihrer Freunde Nuna und Mustafa sieht sie mit Neid: Denn nach sehr langem Zögern hat Nunas Familie eingewilligt, dass sie Mustafas Frau werden darf: eine Liebesheirat - ein seltenes Ereignis im Irak. "Die beiden haben es gut. Sie haben ihr Glück gefunden", seufzt Hanin. "Wie im Film.">

    -----

    20 minuten online, Logo

    Zwangsheirat 9.4.2010: 13-Jährige verblutet an den Genitalien nach "Ehe-Vollzug"

    aus: 20 minuten online: Kindsmissbrauch: Mädchen verblutet nach Zwangsheirat; 9.4.2010;
    http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/Maedchen-verblutet-nach-Zwangsheirat-11062902

    <von Ahmed al-Haj, APN - Ein 13-jähriges Mädchen im Jemen ist vier Tage nach der Zwangsheirat mit einem zehn Jahre älteren Mann an Verletzungen seiner Genitalien gestorben.
     
    Mädchen in der Altstadt von Sana. Immer wieder sorgen Zwangverheiratungen von jungen Mädchen im Jemen für Schlagzeilen.
       
    Das Kind sei verblutet, erklärte die Menschenrechtsorganisation Sisters Arab Forum for Human Rights. Der von der Familie ausgesuchte Ehemann wurde festgenommen. Er und der Bruder des Mädchens hatten der Menschenrechtsorganisation zufolge vereinbart, gegenseitig ihre Schwestern zu heiraten, um sich das Brautgeld zu sparen.

    Die 13-Jährige aus der Provinz Hajja nordwestlich der Hauptstadt Sanaa starb den Angaben zufolge am 2. April. Sie habe einen Riss in den Genitalien und schwere Blutungen erlitten, heisst es in einem Bericht des Krankenhauses.

    Die Verheiratung von Mädchen noch im Kindesalter ist im Jemen gängiger Brauch. Mehr als ein Viertel der Jemenitinnen heiraten laut einem Bericht der Regierung vor ihrem 15. Geburtstag. Auch Stammessitten spielen dabei eine Rolle und die Auffassung, dass eine junge Braut zu einer gefügigen Ehefrau geformt werden kann, mehr Kinder zur Welt bringt und keinen Versuchungen ausgesetzt ist.

    Zwölfjährige starb nach dreitägigen Wehen

    Schlagzeilen machte das Thema Kinderehe im Jemen vor drei Jahren, als ein achtjähriges Mädchen vor Gericht die Scheidung von seinem Ehemann verlangte, einem Mann in den 30ern. Das Kind setzte letztlich die Scheidung durch, und das Parlament begann sich des Themas anzunehmen. Im September vergangenen Jahres starb nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation ein zwölf Jahre altes verheiratetes Mädchen bei der Geburt eines Kindes, nachdem es drei Tage lang in den Wehen gelegen hatte.>

    -----
    20 minuten online, Logo

    Saudi-Arabien 22.4.2010: 12-Jährige darf sich scheiden lassen

    aus: 20 minuten online: Saudi-Arabien: Zwölfjährige darf sich von Greis scheiden lassen; 22.4.2010;
    http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/18991508

    <Ein Gericht in Saudi-Arabien hat einem zwölfjährigen Mädchen erlaubt, sich von seinem 80-jährigen Ehemann scheiden zu lassen. Menschenrechtsaktivisten möchten daraus einen Präzedenzfall machen.

    Weht bald ein neuer Wind in Saudi-Arabien? Der Fall einer Zwölfjährigen, der es nun erlaubt wurde, sich von ihrem 80-jährigen Mann zu scheiden, macht den Mitgliedern der Menschenrechtskommission in Jeddah Hoffnung. Sie kämpfen seit Jahren dafür, das Mindestalter für die Eheschliessung auf 16 Jahre zu erhöhen.

    Die Kommission benutzte den Fall der Zwölfjährigen, um auf die Problematik der Zwangsverheiratung von kleinen Mädchen aufmerksam zu machen. Tatsächlich berichteten Medien weltweit darüber, und die Schlagzeilen der internationalen Presse dürften die saudischen Behörden zusätzlich motiviert haben, sich nun ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen.

    Der Weg bis zur Änderung

    Drei frisch gebildete Komitees sollen über die Möglichkeit einer Gesetzänderung debattieren. Ärzte, Kinderpsychologen, Sozialarbeiter und islamische Gelehrte werden in den nächsten Monaten urteilen, ob überhaupt eine öffentliche Debatte über die Motion lanciert werden soll. Erst dann dürfte das Justizministerium neue Richtlinien für die Erhöhung des Heiratsalters von saudischen Frauen erlassen.

    «Es wird natürlich sehr viel Opposition geben, aber die Meinung der Leute hat sich in letzter Zeit geändert. Wir wollen die Zustimmung der Bevölkerung erreichen», erklärt Alanoud al Helaijan, ein Anwalt der Menschenrechtler, gegenüber der britischen «Times». Seine Organisation verfolge einen einzigen Zweck: Dass Hochzeiten mit kleinen Mädchen nie mehr stattfinden.

    Seit Bekanntgabe des Scheidungsbegehrens des Mädchens findet allerdings eine offene Diskussion statt. Die Zwölfjährige hatte mit der Zustimmung ihrer Mutter Ende Januar versucht, die Ehe mit einem 80-jährigen Cousin ihres Vaters annullieren zu lassen, zu dem sie dieser gezwungen hatte. Nach einem monatelangen Prozess, bei dem das Mädchen die Unterstützung von Sheik Abdullah al-Manie, einem hohen islamischen Geistlichen, erhalten hatte, wurde die Ehe im privaten Rahmen aufgelöst.

    (kle)>

    -----

    n-tv online, Logo

    Deutschland 8.5.2010: Klarer Straftatbestand: FDP geht gegen Zwangsheirat vor

    aus: n-tv online; 8.5.2010; http://www.n-tv.de/politik/FDP-geht-gegen-Zwangsheirat-vor-article862483.html

    <Die FDP-Bundestagsfraktion arbeitet an einem Gesetzentwurf, der Zwangsheirat zu einem eigenen Straftatbestand macht. Dann müssten Eltern, die ihre Töchter gegen deren Willen zu einer Ehe zwingen, mit deutlich höheren Haftstrafen rechnen.
      
    Die FDP-Bundestagsfraktion strebt ein Gesetz an, um Zwangsheiraten zu einem eigenen Straftatbestand zu machen. "Dann müssten Eltern, die ihre Töchter gegen deren Willen zu einer Ehe zwingen, mit deutlich höheren Haftstrafen rechnen", sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Innen und Recht der FDP-Fraktion, Hartfrid Wolff, der "Rheinpfalz am Sonntag". Bislang könne die Zwangsehe nur als schwere Nötigung mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. "Das halte ich nicht für ausreichend, da es auch international als Straftat nicht verfolgt werden kann", sagte Wolff.

    Migrantenfamilien sei oft nicht bewusst, dass Eltern, die ihren Kindern den Ehepartner vorschreiben, gegen die deutsche Rechtsordnung verstoßen. Ihnen müsse die kriminelle Dimension ihres Handelns klar gemacht werden. Laut Wolff soll noch vor der Sommerpause ein mit der Union abgestimmter Gesetzentwurf vorliegen, der bis Jahresende von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden könne.

    Zuletzt hatte der Fall einer 15-jährigen Hamburgerin, die in Berlin angeblich zwangsverheiratet werden sollte, für Schlagzeilen gesorgt. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die Eltern des Mädchens eingeleitet. Die Behörde prüft den Verdacht einer Verletzung der Fürsorgepflicht sowie einer schweren Nötigung.

    dpa>

    -----

    20 minuten online, Logo

    Australien 3.6.2010: Gegenwehr gegen Zwangsheirat: Muslimin will sich auf die Liste "verdächtiger Personen setzen lassen, die keine Flugzeuge besteigen dürfen"

    aus: 20 minuten online: Zwangsehe: Verängstigte Muslimin ruft Polizei; 3.6.2010;
    http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/28868492

    <Aus Angst vor einer Zwangsehe hat eine 17-jährige Muslimin in Australien die Polizei angefleht, ihren Namen auf eine Liste von Verdächtigen zu setzen, die keine Flugzeuge besteigen dürfen.

    Die Mutter habe schon einen Flug in den Libanon gebucht, wo sie die Hochzeit ihrer Tochter arrangiert hatte. Die Polizei in Sydney schaltete nach eigenen Angaben vom Donnerstag die Gerichte ein. Ein Magistrat untersagte es der Mutter und anderen Familienmitgliedern inzwischen, den Teenager gegen seinen Willen ausser Landes zu bringen oder das Mädchen zu bedrängen.

    (sda)>

    Die Meldung kam auch auf n-tv:

    Australien 3.6.2010: <Angst vor Zwangshehe: Mädchen will auf Terrorliste> - die Mutter hatte den Flug in den Libanon schon gekauft

    aus: n-tv online; 3.6.2010; http://www.n-tv.de/panorama/Maedchen-will-auf-Terrorliste-article903695.html

    Aus Angst vor einer Zwangsehe hat eine junge Muslimin sich in Australien an die Polizei gewandt. Die 17-Jährige flehte die Polizei an, ihren Name auf eine Liste von Verdächtigen zu setzen, die keine Flugzeuge besteigen dürfen.

    Die Mutter habe schon einen Flug in den Libanon gebucht, wo sie die Hochzeit ihrer Tochter arrangiert hatte. Die Polizei in Sydney schaltete die Gerichte ein.

    Ein Magistrat untersagte es der Mutter und anderen Familienmitgliedern inzwischen, den Teenager gegen seinen Willen außer Landes zu bringen oder das Mädchen zu bedrängen.

    dpa>

    -----

    20 minuten online, Logo

    21.9.2010: Zwangsheirat in China, weil China immer weniger Frauen hat - und Kinderhandel

    aus: 20 minuten online: Entführungen: Frauen in China werden zur Handelware; 21.9.2010; http://www.20min.ch/news/ausland/story/12250907

    <Weil das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern in China immer grösser wird, werden einem Bericht zufolge immer mehr Frauen entführt und zwangsverheiratet.

    Die Opfer würden als Bräute verkauft oder zur Prostitution gezwungen, berichtete die Zeitung «Global Times» am Dienstag. Die Polizei habe seit April 2009 mehr als 10 000 entführte Frauen befreit, darunter 1100 Ausländerinnen.

    Zudem seien fast 6000 gekidnappte Kinder aus der Gewalt ihrer Entführer befreit worden. «Kinder werden an kinderlose Paare verkauft und Frauen an Familien, die ihre Söhne verheiraten wollen», zitierte die Zeitung Li Hongtao von der chinesischen Frauen-Universität.

    Das Problem des Menschenhandels sei in den vergangenen Jahren «komplizierter, international und professionell» geworden, sagte ein ranghoher Beamter des Ministeriums für öffentliche Sicherheit laut der Zeitung. «Es ist eine neue Herausforderung für die Polizei.»

    Dem Bericht zufolge kamen 2005 120 Männer auf 100 Frauen in China. Für das wachsende Ungleichgewicht wird unter anderem die Ein-Kind-Familienpolitik der Regierung verantwortlich gemacht, die wegen der traditionellen Bevorzugung von Jungen dazu geführt hat, dass mehr männliche Kinder geboren werden.

    Inzwischen gebe es in China nicht mehr genügend Frauen im heiratsfähigen Alter, hiess es in der «Global Times».

    (sda)>




    Inhalt    nach oben

    2. Kommentar: Zwangsheirat ist nicht nur "Nötigung"

    Hier ist eine Hölle: Jugendliche werden für die Familienpolitik der Väter und Mütter missbraucht, mit der Erpressung, bei einer Verweigerung aus der Familie ausgestossen zu werden, mit schweren Depressionen bis zum Selbstmord als Folge.

    Das System der Zwangsheirat (in der schweizer Gerichtspraxis bisher als "Nötigung" behandelt, StGB Art.181) existiert nicht nur bei Muslimen oder Leuten aus Sri Lanka, sondern auch bei anderen Religionsgruppen, z.B. mit unausgesprochenen Verboten von interreligiösen Heiraten etc.

    Das System der Zwangsheirat nützt der Strategie der Eltern, ein "Bild" der Gesellschaft zu produzieren. Die Zwangsheirat nützt aber nicht den Kindern, sondern schädigt die Menschen auf die Dauer. Deswegen ist eine Zwangsheirat viel mehr als nur eine "Nötigung". Zwangsheirat ist ein schwerer Kindsmissbrauch mit massiven psychischen Folgen im Erwachsenenleben.


    Inhalt    nach oben

    3. Die Rechtsmittel gegen die "Tradition" der Zwangsheirat gemäss dem Schweizerischen Strafgesetzbuch (StGB)

    Das System der Zwangsheirat ist zum Teil rassistisch und religiös diskriminierend (Anti-Rassismusgesetz StGB Art.261bis) und zersplittert die Gesellschaft. Die Vorschrift heisst, nur Menschen mit dieser oder jener Rasse oder Religion zu heiraten.

    Das Strafgesetzbuch (StGB) hat in der Schweiz Geltung und ist zu vollziehen:
    "Diesem Gesetz ist unterworfen, wer in der Schweiz ein Verbrechen oder ein Vergehen verübt." (StGB, Art. 3-1)

    Die Erpressung zur Zwangsheirat bis zum Mord: Die Zwangsheirat ist kombiniert mit der Erpressung bis zum Mord (StGB Art.156), zumindest aber mit der Erpressung zur Diskriminierung innerhalb der Familie. In der Schweiz wird Erpressung aber nur geahndet, wenn es sich um Erpressung für Geldbeträge handelt. Deswegen ist in der Schweiz die Erpressung für Handlungen, bei denen es nicht um Geld geht, nicht anwendbar, in Deutschland z.B. aber schon anwendbar.

    Kindsmissbrauch "Verplanung von Kindern": Wenn Eltern ihre Kinder "verplanen", wen das Kind heiraten solle, und wenn die Eltern alle vorbereitenden Handlungen einer Zwangsheirat dem Kind und dem jugendlichen Kind unter 18 Jahren aufzwingen oder spielerisch vollziehen, so ist damit eine schwere Manipulation bzw. ein schwerer Kindsmissbrauch vollzogen, in psychischer wie auch indirekt in sexueller Hinsicht.

    StGB unvollständig: Es fehlt im StGB ein Paragraph, der die Zwangsheirat und alle vorbereitenden Handlungen im Kindesalter und Jugendalter als schweren Kindsmissbrauch definiert.

    Freiheitsberaubung ergibt Zuchthausstrafe: Das System der Zwangsheirat verletzt wesentliche Freiheiten der Person:
    "Wer jemandem [...] unrechtmässig die Freiheit entzieht [...], wird mit Zuchthaus bis zu 5 Jahren oder mit Gefängnis bestraft." (StGB, Art.183)

    StGB unvollständig: Es fehlt im StGB ein Paragraph, der auch die freie Partnerwahl garantiert.

    Freiheitsberaubung mit grausamer Behandlung: Eine lebenslange Zwangsheirat oder die lebenslange Diskriminierung mit Verstossung aus der Familie ist Freiheitsberaubung in schwerem Fall: mit lebenslanger "grausamer Behandlung" mit schweren psychischen Gesundheitsschäden als Folge:
    "Freiheitsberaubung und Entführung werden mit Zuchthaus bestraft, [...] wenn er das Opfer grausam behandelt, wenn der Entzug der Freiheit mehr als 10 Tage dauert, oder wenn die Gesundheit des Opfers erheblich gefährdet ist." (StGB, Art.184)

    Beihilfe: Beihilfe von Verwandten zur sexuellen Nötigung wie Zwangsheirat ist strafbar, aber die Beihilfe wird weniger bestraft als die Haupttat:
    "Wer zu einem Verbrechen oder zu einem Vergehen vorsätzlich Hilfe leistet, kann milder bestraft werden (Art.65)." (StGB, Art.25)

    Bereicherung durch Zwangsheirat: Wenn Zwangsheiraten mit finanziellen Strategien oder "standesgemässen" Strategien (z.B. entsprechend einem "Kastensystem") verbunden sind, so ist damit eine kriminelle Bereicherung auf dem Rücken der Kinder verbunden.

    StGB unvollständig: Ein Paragraph mit der Definition eines Straftatbestandes der Bereicherung durch Zwangsheirat fehlt im StGB bisher völlig.

    Menschenhandel: Zwangsheirat erscheint auch Menschenhandel zu sein, was juristisch abzuklären wäre.

    Rassendiskriminierung bei Heiraten: Wenn Kinder nur Mitglieder einer gewissen Rasse, Religion oder Ethnie heiraten dürfen, so ist dies Rassendiskriminierung am eigenen Kind.

    StGB unvollständig: Ein Paragraph mit dem Verbot von rassistisch-religiös-ethnischen Vorschriften bei Heiraten fehlt im StGB bisher völlig.

    Die Kinder werden zu Heiratsgeiseln: Die Kinder werden mit der Zwangsheirat zur Geisel der Eltern mit jeglicher Freiheitsberaubung, und diejenigen, die solche Zustände ausnutzen bzw. in Zwangsheiraten einwilligen, werden auch bestraft:
    "Wer jemanden der Freiheit beraubt, entführt oder sich seiner sonst wie bemächtigt, um einen Dritten zu einer Handlung, Unterlassung oder Duldung zu nötigen, wer die von einem anderen auf diese Weise geschaffene Lage ausnützt, um einen Dritten zu nötigen, wird mit Zuchthaus bestraft." (StGB, Art.185-1)

    Drohung mit Ausschluss aus der Familie bis zum Mord: Die Drohung, dass die Heiratsgeisel bei Verweigerung der Zwangsheirat aus der Familie ausgeschlossen wird oder im Extremfall sogar getötet wird, ist Nötigung:
    "Wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden, wird mit Gefängnis oder mit Busse bestraft." (StGB, Art.181)

    Todesdrohung ergibt mindestens 3 Jahre Zuchthaus: "Die Strafe ist Zuchthaus nicht unter drei Jahren, wenn der Täter droht, das Opfer zu töten, körperlich schwer zu verletzen oder grausam zu behandeln." (StGB, Art.185-2)

    Mehrere Zwangsheiraten in der Familie ergeben für die Kuppler-Eltern lebenslänglich: "In besonders schweren Fällen, namentlich wenn die Tat viele Menschen betrifft, kann der Täter mit lebenslänglichem Zuchthaus bestraft werden." (StGB, Art.185-3)

    Bei Freilassung des Opfers kann eine mildere Strafe eintreten (StGB, Art. 185-4). Die Bestrafung in der Schweiz gilt auch für Taten im Ausland (StGB, Art. 185-5).

    Mehrfache Nötigung zu Zwangsheiraten kann auch die Verwahrung der Eltern zur folge haben: "Hat der Täter schon zahlreiche Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich verübt und wurde ihm deswegen durch Zuchthaus- oder Gefängnisstrafen oder eine Arbeitserziehungsmassnahme die Freiheit während insgesamt mindestens zwei Jahren entzogen, oder war er an Stelle des Vollzugs von Freiheitsstrafen bereits als Gewohnheitsverbrecher verwahrt, und begeht er innert 5 Jahren seit der endgültigen Entlassung ein neues vorsätzliches Verbrechen oder Vergehen, das seinen Hang zu Verbrechen oder Vergehen bekundet, so kann der Richter an Stelle des Vollzuges einer Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe Verwahrung anordnen. Der Richter lässt den geistigen Zustand des Täters soweit erforderlich untersuchen." (StGB, Art. 42-1)

    Sexuelle Handlungen in einer Notlage: Das System der Zwangsheirat kombiniert mit Erpressung, die Familie nicht zu verlieren, ist Ausnützung der Notlage zur sexuellen Handlung mit einem Zwangs-Ehepartner:
    "Wer eine Person veranlasst, eine sexuelle Handlung vorzunehmen oder zu dulden, indem er eine Notlage oder eine durch ein Arbeitsverhältnis oder eine in anderer Weise begründete Abhängigkeit ausnützt, wird mit Gefängnis bestraft." (StGB, Art.193)

    Sexuelle Nötigung: Die Kuppler-Eltern nötigen den zwangsverheirateten Kindern die Familiengründung und damit sexuelle Kontakte auf:
    "Wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht, wird damit Zuchthaus bis zu 10 Jahren oder mit Gefängnis bestraft." (StGB, Art.189-1)

    Grausame sexuelle Nötigung: Die Erpressung mit der Ausstossung aus der Familie oder bis zum Mord kann als Waffe gewertet werden:
    "Handelt der Täter grausam, verwendet er namentlich eine gefährliche Waffe oder einen anderen gefährlichen Gegenstand, so ist die Strafe Zuchthaus nicht unter drei Jahren. Die Tat wird in jedem Fall von Amtes wegen verfolgt." (StGB, Art.189-3)

    StGB unvollständig: Sexuelle Nötigung unter Zwangsverheirateten: Zwangsverheiratete dürfen eigentlich gar keinen Sex haben, und wenn einer der beiden Zwangsverheirateten den Sex verweigert, so ist das Recht auf seiner Seite. Ein solcher Paragraph der sexuellen Nötigung bei Zwangsehen fehlt im StGB.

    Schwere Körperverletzung durch Zwangsheirat: Die Zwangsheirat mit all ihren Mechanismen der Nötigung hat schwere psychische Schäden zur Folge, die von den Tätern bewusst in Kauf genommen werden, um die Kinder auch als Erwachsene weiter zu beherrschen. Die schwere Körperverletzung wird anwendbar:
    "Wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt [...] wer vorsätzlich eine andere schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht, wird mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren oder mit Gefängnis von 6 Monaten bis zu 5 Jahren bestraft." (StGB, Art.122)

    "Wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesundheit schädigt, wird auf Antrag mit Gefängnis oder mit Busse bestraft." (StGB, Art.125-1)

    "Ist die Schädigung schwer, so wird der Täter von Amtes wegen verfolgt." (StGB, Art.125-2)

    Da Zwangsheiraten später eine Dauerdepression bis zum Selbstmord verursachen, ist die Schädigung auf jeden Fall als "schwer" einzustufen.

    Verletzung der Erziehungspflicht: Die Eltern verletzen mit dem Arrangement zur Zwangsheirat von Kindern ihre Erziehungspflicht in jeglicher Art und Weise bis zur schwersten Gefährdung der seelischen Entwicklung des Kindes (StGB Art.219):
    "Wer seine Fürsorge- oder Erziehungspflicht gegenüber einer unmündigen Person verletzt oder vernachlässigt und sie dadurch in ihrer körperlichen oder seelischen Entwicklung gefährdet, wird mit Gefängnis bestraft." (StGB, Art.219-1)

    Schweren Gefährdung der geistigen Gesundheit (StGB Art.122): Die Zwangsheirat provoziert bei den Opfern von Zwangsheiraten schwere später die Beeinträchtigung der geistigen Gesundheit (Depressionen bis hin zum Selbstmord). Auch in diesem Punkt ist es möglich, rechtlich einzuschreiten:
    "Wer vorsätzlich  [...] einen Menschen bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht [...], wer vorsätzlich eine andere schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht, wird mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren oder mit Gefängnis von 6 Monaten bis zu 5 Jahren bestraft." (StGB, Art.122)

    Begünstigung: Die Begünstigung von Tätern, so dass Strafen nicht vollzogen werden können, ist strafbar:
    "Wer jemanden der Strafverfolgung, dem Strafvollzug oder dem Vollzug einer der in den Artikeln 42-44 (Einweisung in Klinik bis zur Verwahrung) und 100bis (Arbeitserziehungsanstalt) vorgesehenen Massnahmen entzieht, wird mit Gefängnis bestraft." (StGB, Art.305)

    Erziehungsmassnahmen bei gefährdeten Kindern und Jugendlichen: Die Behörden können den Kuppler-Eltern die Kinder wegnehmen, um die Zwangsehen zu verhindern:
    "Bedarf das Kind einer besonderen erzieherischen Betreuung, namentlich, wenn es schwererziehbar, verwahrlost oder erheblich gefährdet ist, so wird von der urteilenden Behörde die Erziehungshilfe, die Unterbringung in einer geeigneten Familie oder in einem Erziehungsheim angeordnet." (StGB, Art.84-1).

    "Durch die Erziehungshilfe ist dafür zu sorgen, dass das Kind angemessen gepflegt, erzogen und unterrichtet wird." (StGB, Art.84-2)

    "Bedarf der Jugendliche einer besonderen erzieherischen Betreuung, namentlich, wenn er schwererziehbar, verwahrlost oder erheblich gefährdet ist, so wird von der urteilenden Behörde die Erziehungshilfe, die Unterbringung in einer geeigneten Familie oder in einem Erziehungsheim angeordnet." (StGB, Art.91-1)

    Ehrverletzung, Üble Nachrede, Rufmord: Der Rufmord, der durch die Familie den Verweigerern von Zwangsheiraten angetan wird, ist absolut kriminell, und das Opfer kann sich dagegen wehren:
    "Wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt, wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiter verbreitet, wird auf Antrag mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Busse bestraft." (StGB, Art.227)


    Inhalt    nach oben


    4. Die Rechtsmittel gegen die "Tradition" der Zwangsheirat gemäss dem Obligationenrecht der Schweiz (OR)

    Die "Willensäusserung": Zum Abschluss eines Vertrags ist die "übereinstimmende gegenseitige Willensäusserung der Parteien" erforderlich (OR Art.1). Eine "Willensäusserung", die unter Erpressung zustande kommt, ist nichtig.

    Verstoss gegen "die guten Sitten": Eine "Willensäusserung" zur Zwangsheirat kombiniert mit der Erpressung, aus der Familie ausgestossen zu werden, verstösst gegen "die guten Sitten" und ist nichtig (OR Art.20).

    Die Notlage des Opfers, Unerfahrenheit und Leichtsinn bei Zwangsheirat: Die erpresserischen Eltern, die ihre Kinder zur Zwangsheirat zwingen, provozieren beim Kind durch die Erpressung, aus der Familie ausgestossen zu werden, eine Notlage, und das Kind willigt aus Unerfahrenheit oder Leichtsinn in die Zwangsheirat ein. Jedes Opfer kann innert eines Jahres die Nichteinhaltung des Vertrags erklären (OR, Art.21). Diese Frist muss für Zwangsheiraten unbegrenzt sein.

    Der Abschluss eines Vertrags unter Drohung ist illegal: "Ist ein Vertragschliessender von dem anderen oder von einem Dritten widerrechtlich durch Erregung gegründeter Furcht zur Eingehung eines Vertrages bestimmt worden, so ist der Vertrag für den Bedrohten unverbindlich." (OR, Art. 29-1)

    Gegründete Furcht bei Gefahr um Leib und Leben - die Ehre des Opfers: "Die Furcht ist für denjenigen eine gegründete, der nach den Umständen annehmen muss, dass er oder eine ihm nahe verbundene Person an Leib und Leben, Ehre oder Vermögen mit einer nahen und erheblichen Gefahr bedroht sei." (OR, Art. 30-1) Dabei gilt eine Protestfrist von einem Jahr (OR, Art.31-1). Diese Frist muss für Zwangsheiraten unbegrenzt sein.

    Die Unmöglichkeit: Die Opfer-Kinder sind für ihre Eltern verantwortlich: "Wenn jemand, der zur Vertretung eines andern ermächtigt ist, in dessen Namen einen Vertrag abschliesst, so wird der Vertretene und nicht der Vertreter berechtigt und verpflichtet." (OR, Art.32-1) Bei Zwangsheiraten ist dies eine Unmöglichkeit, weil die Opfer-Kinder noch nicht mündig sind.

    Der fahrlässige Schaden: Der Schaden an Körper und Seele wird dem Opfer absichtlich zugefügt: "Wer einem andern widerrechtlich Schaden zufügt, sei es mit Absicht, sei es aus Fahrlässigkeit, wird ihm zum Ersatze verpflichtet." (OR Art. 41-1).

    Der "unermessliche Schaden": Durch eine Zwangsheirat mit kombinierter Erpressung kann sich ein unermesslicher Schaden ergeben, der vom Richter erkannt werden muss: "Der nicht ziffermässig nachweisbare Schaden ist nach Ermessen des Richters mit Rücksicht auf den gewöhnlichen Lauf der Dinge und auf die vom Geschädigten getroffenen Massnahmen abzuschätzen." (OR Art.42). Der Richter bestimmt Art und Grösse des Schadenersatzes (OR Art.43).

    Keine "Einwilligung": "Hat der Geschädigte in die schädigende Handlung eingewilligt, oder haben Umstände, für die er einstehen muss, auf die Entstehung oder Verschlimmerung des Schadens eingewirkt oder die Stellung des Ersatzpflichtigen sonst erschwert, so kann der Richter die Ersatzpflicht ermässigen oder gänzlich von ihr entbinden." (OR, Art.44). Da die Opfer Kinder sind oder zumindest schwere Nötigung besteht, kann man den Opfern von Zwangsheiraten nicht vorwerfen, sie hätten in die schädigende Handlung eingewilligt.

    Persönlichkeitsverletzung: Es besteht eine schwere "Persönlichkeitsverletzung", wenn eine Verleumdungskampagne oder eine Diskriminierung innerhalb der Familie aufgrund der Geltendmachung von Rechten gestartet wird, mit entsprechendem Anspruch auf Genugtuung: "Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, hat Anspruch auf Leistung einer Geldsumme als Genugtuung, sofern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt und diese nicht anders wieder gutgemacht worden ist (OR, Art.49-1). Anstatt oder neben dieser Leistung kann der Richter auch auf eine andere Art der Genugtuung erkennnen." (OR Art.49-2).

    Es handelt sich dabei meist um eine kollektive Persönlichkeitsverletzung mit Anstifter, Urheber oder Gehilfen: "Haben mehrere den Schaden gemeinsam verschuldet, sei es als Anstifter, Urheber oder Gehilfen, so haften sie dem Geschädigten solidarisch." (OR Art.50).

    Eine Notwehr (OR, Art.51) ist bei einem kollektiven Angriff der Familie wie bei einer Zwangsverheiratung kaum möglich.

    Das Recht sollte so geändert werden, dass der Schaden durch Zwangsheirat nie verjährt (Verjährung, OR Art. 60).



    Die Rechtsmittel müssen angewandt werden

    Die Justiz und der Menschenrechtsgerichtshof schauen dem System der Zwangsheirat bisher zu, auch in Ländern, die die Menschenrechte unterschrieben haben.

    Die Länder, die die Menschenrechte unterschrieben haben, haben die Macht, an diesem System etwas zu ändern. Die rechtlichen Voraussetzungen sind gegeben, man muss sie nur anwenden.

    Eine rechtliche Ergänzung der Rechtsbücher, dass Zwangsheiraten auf unverjährbare Zeit null nichtig sind, wäre weltweit eine grosse Hilfe.



    Inhalt    nach oben

    5. Fehlende Rechtsmittel gegen die Zwangsverheiratung - der rechtliche Notstand

    StGB unvollständig: Es fehlt im StGB ein Paragraph, der die Zwangsheirat und alle vorbereitenden Handlungen im Kindesalter und Jugendalter als schweren Kindsmissbrauch definiert.

    StGB unvollständig: Es fehlt im StGB ein Paragraph, der die freie Partnerwahl garantiert.

    StGB unvollständig: Ein Paragraph mit der Definition eines Straftatbestandes der Bereicherung durch Zwangsheirat fehlt im StGB bisher völlig.

    Menschenhandel: Zwangsheirat erscheint auch Menschenhandel zu sein, was juristisch abzuklären wäre.

    StGB unvollständig: Ein Paragraph mit dem Verbot von rassistisch-religiös-ethnischen Vorschriften bei Heiraten fehlt im StGB bisher völlig.

    StGB unvollständig: Sexuelle Nötigung unter Zwangsverheirateten: Zwangsverheiratete dürfen eigentlich gar keinen Sex haben, und wenn einer der beiden Zwangsverheirateten den Sex verweigert, so ist das Recht auf seiner Seite. Ein solcher Paragraph der sexuellen Nötigung bei Zwangsehen fehlt im StGB.

    StGB und ZGB unvollständig: Wo ist die Integration? Die Integration von Ausländern kann nur gelingen, wenn diese dieselben Rechte akzeptieren, wie sie das Gesetz vorschreibt. Wenn Ausländer Terror-Traditionen wie die Zwangsverheiratung importieren wollen, muss der Staat dafür sorgen, dass solche Terror-Traditionen unterbunden werden.  Integration von Ausländern ist nur dann möglich, wenn diese die Rechte des Staates akzeptieren und ihre Terror-Traditionen ablegen. Die rechtlichen Ergänzungen gegen die Zwangsheirat wären also schon wegen der Integrationsarbeit wünschenswert.

    -----




    Inhalt    nach oben

    Schweiz November 2006: Zwangsheirat soll im Schulunterricht thematisiert werden

    "BERN - Das Thema "Zwangsheirat" soll nach Ansicht von Terre des femmes Schweiz in den Schulen thematisiert werden. Anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen von (morgen) Samstag präsentiert die Organisation ein Lehrmittel zum Thema.

    Die Unterrichtsmappe biete die Möglichkeit, das Thema "Zwangsheirat" im Unterricht differenziert zu behandeln, schreibt "Terre des femmes" in einer Mitteilung. Sie mache deutlich, dass Zwangsheirat eine Menschenrechtsverletzung sei.

    Zentraler Bestandteil des Lehrmittels ist die Auseinandersetzung mit den Ursachen von Zwangsheirat. Diese sieht "Terre des femmes" in traditionellen Vorstellungen von Ehe und Familie und nicht in einer bestimmten Kultur oder Religion. Zwangsheirat könne eine Strategie sein, um bestimmte Familieninteressen durchzusetzen.

    Bei der Mehrheit der davon Betroffenen in der Schweiz handle es sich um Frauen aus Migrantenfamilien im Alter von 16 bis 19 Jahren. Betroffen seien hinduistische Tamilinnen, christlich-orthodoxe Asyrerinnen und Aramäerinnen, muslimische und katholische Kosovarinnen, orthodoxe Jüdinnen, sunnitische Türkinnen und alevitische Kurdinnen.

    Zwangsheiraten seien häufig verbunden mit Drohungen gegen die jungen Frauen, hält "Terre des femmes" fest. Es sei wichtig, dass die Betroffenen wüssten, was ihre Rechte seien und wie ihnen bei einer drohenden Zwangsheirat geholfen werde."

    Kommentar
    Die Zwangheirat betrifft auch die Söhne der Familien, denen in diesen menschenrechtsfeindlichen Volksgruppen oft die freie Partnerwahl nicht gegönnt wird.

    Und: Es sollen wieder einmal nur die Kinder geschult werden. Die dummen, kriminellen Eltern, die mit ihren Kindern Politik und Profit machen, werden wieder einmal verschont. Es brauchen aber alle Beteiligten einer Familie die Menschenrechtsschulung: Die Kinder und die Eltern, und eventuell sogar die kriminellen Grosseltern, die noch die Zwangheirat über die Enkel bestimmen wollen und "Heiratspreise" verhandeln wollen. Wann ist endlich Schluss damit?

    -----


    Inhalt    nach oben
    7. Rechtliche Entwicklung

    20 minuten online, Logo

    Schweiz 23.2.2011: Eigener Strafrechtsparagraph gegen Zwangsehen geplant

    aus: 20 minuten online: Bis zu fünf Jahre: Höhere Strafen für Zwangsehen; 23.2.2011;
    http://www.20min.ch/news/schweiz/story/18598364

    <Zwangsheirat soll in der Schweiz ausdrücklich unter Strafe stehen - egal, wo es zur Eheschliessung kam.

    Geahndet wird die Zwangsheirat mit maximal fünf Jahren Freiheitsentzug oder Busse. Damit folgt der Bundesrat in seiner Botschaft vom Mittwoch Einwänden aus der Vernehmlassung.

    Ursprünglich hatte es die Landesregierung bei der Bekämpfung von Zwangsehen bei einer Strafandrohung von höchstens drei Jahren Freiheitsentzug bewenden lassen wollen. So hoch ist die Strafandrohung beim bisher geltenden Tatbestand der Nötigung. In der Vernehmlassung war aber weitherum ein eigener Tatbestand gefordert worden.

    Beurteilung nach Schweizer Recht

    Eheschliessungen mit Minderjährigen will der Bundesrat nicht mehr tolerieren, wie er in einer Änderung der Gesetzgebung über das Internationale Privatrecht festhält. Sämtliche Voraussetzungen für eine Eheschliessung werden demnach in der Schweiz ausschliesslich nach Schweizer Recht beurteilt.

    So werden Ehen mit Minderjährigen auch bei Ausländerinnen und Ausländern nicht mehr akzeptiert, ebenso sind im Ausland geschlossene Ehen mit Minderjährigen nicht mehr zulässig. In der Schweiz gilt für die Ehe im Allgemeinen ein Mindestalter von 18 Jahren.

    Anzeigepflicht für Zivilstandsämter

    Die Zivilstandsämter sollen künftig stärker in der Pflicht stehen. Sobald sie bei einer Heirat Zwang feststellen, müssen sie bereits heute eine Trauung verweigern. Neu müssen sie zudem eine Strafanzeige einreichen.

    Der Katalog der amtlichen Ungültigkeitskriterien für eine Ehe wird zudem um die beiden Punkte Minderjährigkeit und Zwang erweitert. Dabei müssen die Behörden den Kantonen Verdachtsmomente melden.

    Prävention und Schutz verstärken

    Im Ausländer- und Asylgesetz sieht der Bundesrat vor, dass die Ausländerbehörden bei Verdacht auf eine Zwangsheirat oder bei Minderjährigkeit den für die Eheungültigkeit zuständigen Behörden Meldung machen. Zudem wird das Verfahren für den Ehegattennachzug bis zu einem gültigen Entscheid sistiert, bei einer Klage bis zum rechtskräftigen Urteil.

    Neben diesen Gesetzesanpassungen will der Bundesrat in einem zweiten Schritt die Prävention und den Schutz vor Zwangsheiraten verstärken. Dazu klärt er zunächst Formen, Ausmass, Ursachen und Verteilung der Zwangsheiraten ab. Dabei sollen auch Bekämpfungsmassnahmen aufgezeigt werden. Gestützt darauf folgt ein umfassendes Programm zu Schutz und Unterstützung der Betroffenen.

    (sda)>

    =====

    20 minuten online, Logo

    Schweiz 3.7.2011: Neun Anfragen wegen Zwangsheirat pro Woche - doppelt so viel wie normal

    aus: 20 minuten online: Jugendliche suchen Hilfe: Angst vor Zwangsheirat steigt; 3.7.2011;
    http://www.20min.ch/news/schweiz/story/17761205

    <von Marcel Amrein
    - Besonders viele Jugendliche suchen momentan Hilfe wegen Zwangsheiraten: Sie befürchten, in den Sommerferien von ihren Eltern in eine Ehe gezwungen zu werden.

    «Wir haben zurzeit bis zu neun Anfragen wegen Zwangsheirat pro Woche. Das sind doppelt so viele wie sonst», sagt Anu ­Sivaganesan von der Kampagne Zwangsheirat.ch. Vor den Sommerferien herrscht bei der Be­ratungsstelle Grossandrang: Häufig werden Zwangsheiraten im Ausland geschlossen – nicht nur in den Herkunftsländern der Familien wie Sri Lanka, der Türkei und dem Balkan, sondern, wie «Der Sonntag» schreibt, auch in Emigrationsländern wie Deutschland oder England. Die jungen Frauen und Männer reisen mit ihren ­Eltern in die Ferien und werden dort gegen ihren Willen in eine Ehe genötigt.

    Wie viele Opfer von Zwangsehen es in der Schweiz gibt, weiss niemand genau. Die Zahl der bei ihr gemeldeten Fälle habe in den letzten Jahren zugenommen, sagt Sivaganesan. «Aber das hat vielleicht mit dem stärkeren Problembewusstsein zu tun. Immer mehr Betroffene wissen, dass sie sich wehren können.» Und auch die Politik ist aktiv geworden: Im Februar hat der Bundesrat entschieden, dass Zwangsehen ausdrücklich unter Strafe gestellt werden sollen (siehe Box). Das freut den ehemaligen SP-Nationalrat Boris Banga, der 2004 als einer der Ersten Massnahmen forderte: «Der Bundesrat hat endlich erkannt, dass die allgemeinen Strafbestimmungen zur Nötigung hier nicht mehr ausreichen. Zwangsheiraten sollen ausdrücklich und in plakativer Weise geächtet werden.»>

    =====

    20 minuten online, Logo

    28.7.2011: <Zwangsheirat verhindert: Roma-Mädchen mit Kette an Bett gefesselt>

    aus: 20 minuten online; 28.7.2011;
    http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/13149999

    <Zwei minderjährige Roma sollten in Rumänien zwangsverheiratet werden. Doch der 12-jährige zukünftige Bräutigam rief die Polizei. Diese befreite das Mädchen.

    Ein zwölfjähriger Roma-Junge hat die Zwangsheirat mit einem gleichaltrigen Mädchen verhindert. Er rief die Polizei, weil die für ihn vorgesehene Braut von ihren Eltern zu Hause mit einer Metallkette an ein Bett gefesselt worden war.

    Die Beamten befreiten das Mädchen. Es werde von Kinderschutzbeamten psychologisch betreut und solle in ein für derartige Fälle vorgesehenes Heim kommen, berichtete die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax am Donnerstag.

    Der Fall trug sich im Dorf Valu lui Traian nahe der Schwarzmeer- Stadt Constanta zu. Die Eltern hätten das Mädchen an die Familie ihres Bräutigams verkauft, beide Kinder seien gegen die Heirat gewesen, erklärte die Polizei. Die Eltern hätten das Mädchen gefesselt, weil dieses versucht habe, wegzulaufen.

    Zwangshochzeiten zwischen Kindern, die kaum älter als zehn Jahre sind, gehören zum Alltag in traditionell lebenden, konservativen Roma-Gemeinschaften. Fortschrittlichere Roma-Organisationen und internationale Menschenrechtsinstitutionen verurteilen den Brauch.

    (sda)>

    =====

    n-tv online, Logo

    29.7.2011: <Roma-Mädchen ans Bett gefesselt: Junge verhindert Zwangsehe>

    aus: n-tv online; 29.7.2011;
    http://www.n-tv.de/panorama/Junge-verhindert-Zwangsehe-article3926866.html

    <Ein zwölfjähriger Roma-Junge hat die Zwangsverheiratung mit einem gleichaltrigen Mädchen verhindert, die beide Familien geplant hatten. Er rief die Polizei, weil die für ihn vorgesehene Braut von ihren Eltern zu Hause mit einer Metallkette an ein Bett gefesselt worden war. Die Beamten befreiten das Mädchen. Es werde von Kinderschutzbeamten psychologisch betreut und solle in ein für derartige Fälle vorgesehenes Heim kommen, berichtete die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax.

    Der Fall trug sich im Dorf Valu lui Traian nahe der Schwarzmeer-Stadt Constanta zu. Die Eltern hätten das Mädchen an die Familie ihres Bräutigams verkauft, beide Kinder seien gegen die Heirat gewesen, erklärte die Polizei. Die Eltern hätten das Mädchen gefesselt, weil dieses versucht habe, wegzulaufen.

    Zwangshochzeiten zwischen Kindern, die kaum älter als zehn Jahre sind, gehören zum Alltag in traditionell lebenden, konservativen Roma-Gemeinschaften. Üblicherweise fließt dabei auch Geld. Fortschrittlichere Roma-Organisationen und internationale Menschenrechtsinstitutionen verurteilen den Brauch.

    dpa>


    =====

    n-tv online, Logo

    16.8.2011: Türkischer Mädchenhandel: "Kinderbraut" für 400 bis 2000 Euro zu verkaufen - und diese "Tradition" der Zwangsheirat lebt ungebremst weiter

    aus: n-tv online: "Kinderbraut" ab 400 Euro: Handel mit Türkinnen blüht; 16.8.2011;
    http://www.n-tv.de/politik/Handel-mit-Tuerkinnen-blueht-article4060021.html

    <Einige Türken sehen es als Teil einer Tradition, dabei ist es schlichtweg eine Straftat: Der Handel mit Mädchen, die an Heiratswillige verkauft werden. Offenbar läuft das Geschäft gut.

    Im Osten und Südosten der Türkei floriert einem Zeitungsbericht zufolge ein illegaler Handel mit sogenannten Kinderbräuten. Mädchen würden von ihren Familien für Summen von umgerechnet 400 bis 2000 Euro an Heiratswillige verkauft, berichtete die Zeitung "Cumhuriyet" . Die Justiz erfahre oft erst dann von dem Kinderhandel, wenn die Mädchen wegen einer Krankheit oder einer anstehenden Geburt ins Krankenhaus gingen.

    Nach türkischem Recht gelten sexuelle Kontakte mit Kindern unter 15 Jahren als Straftat; das Mindestalter für eine Heirat liegt bei 17 Jahren. Nach Angaben von Experten sieht ein Großteil der Gesellschaft in manchen Regionen der Türkei eine Verheiratung im Kindesalter aber nicht als Straftat, sondern als Teil einer Tradition. Daher gebe es bei vielen Beteiligten kein Unrechtsbewusstsein. Die Eheschließung erfolgt in diesen Fällen meist in einer religiösen Zeremonie, die gesetzlich keinen Bestand hat.

    Laut einer Untersuchung des türkischen Parlamentes aus dem Jahr 2009 heiratet jede siebte Frau in der Türkei vor ihrem 18. Lebensjahr, das entspricht 5,5 Millionen Mädchen. Laut Medienberichten werden mindestens sieben Prozent der türkischen Mädchen von ihren Eltern vorzeitig aus der Schule genommen, um sie zu verheiraten. In jüngster Zeit hatten Selbstmorde von "Kinderbräuten" die Öffentlichkeit aufgeschreckt.

    AFP>

    ========

    Welt online, Logo

    15.1.2012: Zwangsverheiratung bei den Jesiden, damit die Frau Angehörige der Jesiden bleibt

    aus: Welt online: Der Fall Arzu Ö.: Zwangsehe und sexuelle Unterdrückung bei Jesiden; 15.1.2012;
    http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13816274/Zwangsehe-und-sexuelle-Unterdrueckung-bei-Jesiden.html

    <Die tödlichen Fälle Souzan B. und Arzu Ö. spielen beide in der Religionsgemeinschaft der Jesiden. Wer sind die Menschen, die Karl May als "Teufelsanbeter" beschrieb?

    Anfang Dezember 2011 wird die 13-jährige Souzan B. in Stolzenau (Niedersachsen) von ihrem eigenen Vater auf offener Straße erschossen. Ali B. ist Kurde und gehört zur Glaubensgemeinschaft der Jesiden. Seine Tochter tötet er, weil sie ein normales Leben als Deutsche unter Deutschen führen wollte. Weil sie die Freiheit wollte.

    Arzu Ö. fiel einem Gewaltverbrechen zum Opfer
    Die Jesidin Arzu Ö. (18) stammt aus Detmold. Am 1. November 2011 wurde sie aus der Wohnung ihres Freundes entführt. Seitdem fehlte von ihr jede Spur.

    Nun hat man die schon im November letzten Jahres verschwundene Arzu Ö. aus Detmold (Nordrhein-Westfalen) tot auf einem Golfplatz gefunden. Auch ihre Familie ist kurdisch und gehört zu den Jesiden. Es gilt als sicher, dass Arzu von ihren eigenen Brüdern getötet wurde, weil sie einen Deutschen liebte. Weil ihr Wunsch nach einem freien Leben in einem freien Land die „Ehre“ der Familie verletzte.

    Souzan und Arzu sind nur zwei von vielen Frauen, die mitten in Deutschland Opfer einer archaischen, patriarchalischen, unmenschlichen Moral wurden und werden. Nicht alle werden getötet. Manche beugen sich dem Diktat der Väter und Brüder, heiraten die für sie ausgesuchten Männer, verzichten auf das Leben, das ihnen zusteht, das sie sich gewünscht haben. Andere tauchen mit Hilfe von Frauenorganisationen, den Sozialämtern und der Polizei unter, bekommen eine neue Identität. Ihre Freiheit bezahlen sie mit der endgültigen Trennung von der Familie und mit der ständigen Angst, entdeckt zu werden.

    Uralte, stolze Religion

    Wer sind die Jesiden? In Karl Mays Buch „Durchs wilde Kurdistan“ werden sie als „Teufelsanbeter“ beschrieben. Da hat der deutsche Autor freilich eine Diffamierung ihrer muslimischen Nachbarn und Verfolger übernommen. Tatsächlich sind die Jesiden strikte Monotheisten, die nicht an die Existenz eines Teufels glauben, weil das die Allmacht Gottes einschränken würde. Die Jesiden sind eine uralte Religion, älter als das Christentum und der Islam. Manche Forscher verfolgen ihre Wurzeln zurück zum Sonnenkult Alt-Persiens und zum Mithras-Kult der Römer.

    Judentum, Christentum und Islam haben aber ihre Spuren in der Religion hinterlassen, die bis vor kurzem weder ein heiliges Buch noch irgendeine schriftliche Überlieferung hatte.

    Die Jesiden weisen stolz darauf hin, dass sie – anders als die Christen und Muslime – nie versucht haben, andere zu ihrer Religion bekehren, schon gar nicht mit Zwang. Kreuzzug und Dschihad hat es bei ihnen nie gegeben.

    Verfolgt in islamischen Ländern

    So sehen sie das Jesidentum, in das man hineingeboren wird und zu dem man nicht konvertieren darf, als Religion des Friedens. Was sie aber nicht vor Verfolgung in allen islamischen Ländern geschützt hat. Selbst in Deutschland kann es gefährlich sein, sich als Jeside zu bekennen: 1996 wurde in Hameln ein junger Kurde von einem fanatischen deutschen Moslem ermordet, bloß weil er sich als Jeside zu erkennen gab.

    Doch gerade die Abgeschlossenheit der Jesiden führt in der offenen Gesellschaft zu Konflikten. Nach jesidischer Überzeugung nämlich bedeutet eine Heirat außerhalb der Religionsgemeinschaft so viel wie eine Austrittserklärung, die den Ausschluss aus der Familie und der Gemeinschaft – faktisch den sozialen Tod – zur Folge haben muss.

    Obwohl „Zwangsehen oder ‚arrangierte’ Ehen verpönt“ sein sollen, wie der Zentralrat der Jesiden auf Anfrage erklärt, spüren viele jesidische Mädchen einen starken Druck, den Mann zu heiraten, der von der Familie für sie ausgewählt wird – oft ist es ein Cousin. Deshalb gehört zu den schmutzigen Geheimnissen der Religion die Tatsache, dass es in jesidischen Familien überdurchschnittlich viele behinderte Kinder gibt.

    Das Verbot, Angehörige anderer Religionsgemeinschaften zu heiraten

    In der Studie „Zwangsverheiratungen in Deutschland“ heißt es, dass sich unter den 3443 Frauen, die Beratung wegen einer bevorstehenden Zwangsheirat suchten, 83 Prozent Muslime, aber 9,5 Prozent Jesiden gewesen seien. Dabei bilden die 20 bis 40.000 Jesiden (die genaue Zahl ist nicht bekannt, weil Zuwanderer nach dem Herkunftsland registriert werden, nicht nach der Religion) weniger als ein Prozent der deutschen Bevölkerung.

    Gläubige Jesiden beten zweimal pro Tag. Es ist ihnen verboten, Angehörige anderer Religionsgemeinschaften zu heiraten. Da die Jesiden in ihrer Heimat teilweise wegen ihres Glaubens verfolgt werden, sind viele von ihnen in den vergangenen Jahrzehnten nach Westeuropa ausgewandert.

    In Deutschland leben inzwischen schätzungsweise 40.000 bis 60.000 Jesiden, vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

    Das kann entweder bedeuten, dass die Zwangsheirat trotz der Beteuerungen des Zentralrats unter den Jesiden stark verbreitet ist, oder dass jesidische Frauen selbstbewusst sind und daher im Verhältnis zu muslimischen Frauen öfter eine der 830 Beratungsstellen aufsuchen. Oder beides.

    „Einer meiner Brüder hat geschworen, mich umzubringen“

    In Celle (Niedersachsen) jedenfalls, wo sich mit etwa 5000 Mitgliedern die größte jesidische Gemeinde außerhalb des mittleren Ostens befindet, berichtet die Polizei, dass sie jedes Jahr fünf bis zehn Jesidinnen in Schutzprogrammen unterbringt. Zu ihnen gehört Sükrüya, die mit ihrer Geschichte 2003 an die Öffentlichkeit ging. Als sie 16 ist, verliebt sich das Mädchen in einen pakistanischen Moslem. „Einer meiner Brüder hat geschworen, mich umzubringen“, sagt sie. Daraufhin tauchen die Liebenden unter.

    Seitdem führen sie ein Leben in Angst. Denn nach Auskunft von Staatsschützern bietet die kurdische Terrororganisation PKK gern ihre Dienste an, um geflohene Mädchen aufzutreiben. Auch junge Männer werden unter Druck gesetzt – sei es, eine bestimmte Frau zu heiraten, sei es, die Finger von einer anderen zu lassen: „Sie haben gesagt, wenn du diese Frau heiratest, erschießen wir dich“, erzählte ein junger Jeside dem TV-Magazin „Frontal 21“. „Wir machen dich tot, egal wo und wann, und wenn du inzwischen mit ihr zehn Kinder hast.“

    Die PKK-Connection könnte auch für den Fall Souzan interessant sein, denn bisher kann niemand erklären, wie der unauffällige Döner-Verkäufer Ali Barakat, der wenig Kontakt zur jesidischen Gemeinde hielt, sich eine Waffe besorgen und seine Flucht planen konnte. Auch bei Arzu Ö. ist es nicht ausgeschlossen, dass die PKK ihre hand im Spiel hat.

    Ungerechtfertige Anschuldigungen

    Natürlich sind die meisten Jesiden in Deutschland friedliebende Menschen, die Gewalt ablehnen. Oft werden sie Opfer völlig ungerechtfertigter Anschuldigungen. „Seit bekannt wurde, dass die 3000 Kurden in Celle bereits 500 Häuser besitzen, keimt unter den rund 70.000 Deutschen der Verdacht, in ihrer Stadt würden Drogengelder gewaschen“, berichtete „Focus“ 1998, und zitierte den Oberstadtdirektor Martin Biermann (CDU) mit den Worten „Das Ganze stinkt zum Himmel“.

    Die regierungsnahe türkische Zeitung „Hürriyet“ assistierte mit dem Hinweis, dahinter stünde bestimmt die PKK. „Leben Immigranten von Sozialhilfe, heißt es, sie seien Schmarotzer; sparen sie, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen, heißt es, sie seien Kriminelle“, klagt der Zentralrat der Jesiden. Vorermittlungen ergaben zwar keine Verdachtsmomente. Bei den Jesiden hat sich trotzdem niemand entschuldigt.

    Man sollte auch nicht vergessen, dass es nicht so lange her ist, da der so genannte Ehrenmord in Deutschland sogar gefeiert wurde – kein Geringerer als der Aufklärer Gotthold Ephraim Lessing lässt in seinem Stück „Emilia Galotti“ eine Tochter ihren Vater sogar um den Tod bitten, damit sie nicht von einem Fürsten verführt werde.

    Der Vater tut ihr den Gefallen. Tatsächlich kommt die Gewalt gegen Frauen, von der Genitalverstümmelung über Prügel und Missbrauch bis hin zum Mord überall dort vor, wo patriarchalische Verhältnisse vorherrschen und Männer Frauen als ihren Besitz betrachten.

    Zeit, nicht die Mädchen zu ächten, die Freiheit suchen

    Mord aus Eifersucht kennt man auch bei uns, ebenso wie den Spruch: „so lange du die Füße unter meinen Tisch stellst, tust du, was ich sage“, oder „Den Jungen bringst du mir nicht nach Hause“. Die Kurden, die – oft als Flüchtlinge vor brutaler Unterdrückung – zu uns kommen, suchen die politische Freiheit.

    Doch sie finden auch eine Moderne, eine soziale Freiheit, mit der sie oft nicht zu Recht kommen. Die Religion spielt da eine eher untergeordnete Rolle. So hat Necla Kelek in ihrem Buch „Die fremde Braut“ die Situation muslimischer „Importbräute“ beschrieben.

    Doch als die Jesidin Hatun Tuku, die in einem Dorf in Südostanatolien geboren wurde, als junge Braut ohne ein Wort Deutsch nach Deutschland kam und sich inzwischen als Marathonläuferin und interkulturelle Beraterin emanzipiert hat, das Buch las, „entfuhr mir spontan die Bemerkung: ‚Kenne ich alles!’“

    Kelek und Tuku werden aber von ihren eigenen Leuten als „Nestbeschmutzer“ diffamiert. Deutsche, die sich über Zwangsehen und Ehrenmorde empören, werden als Rassisten verdächtigt. Minderheiten – ob es sich um die große Minderheit der Muslime oder die winzige Minderheit der Jesiden – neigen dazu, jede Kritik von außen als Angriff auf ihre Kultur oder als Diskriminierung abzutun.

    Der tatsächlich vorhandene Rassismus in der Mehrheitsgesellschaft und die tatsächliche Entfremdung der eigenen Jugend von den kulturellen Werten der Erwachsenen bestätigt gerade die gut integrierten Vertreter solcher Gruppen allzu oft in einem aggressiven Beleidigtsein, einem schlichten Leugnen, dass diese angeblichen Werte Teil des Problems sein könnten.

    Wenn die Morde an Souzan und Arzu nachträglich irgendeinen Sinn bekommen sollen, dann müssen die Führer der jesidischen Gemeinden in Deutschland klarer und deutlicher als bisher ihren eigenen Mitgliedern klar machen: Sexuelle Unterdrückung, Zwangsehen und Gewalt gegen Frauen können nicht toleriert werden. Es ist Zeit, nicht die Mädchen zu ächten, die Freiheit suchen, sondern die Männer, die sie ihnen – oft mit tödlicher Gewalt – verwehren wollen.>

    ========

    20 minuten online, Logo

    Schweiz 28.2.2012: <Nationalrat entscheidet: Zwangsheirat steht künftig unter Strafe> - bis zu 5 Jahre Gefängnis

    aus: 20 minuten online, Logo; 28.2.2012;
    http://www.20min.ch/news/schweiz/story/22450536

    <Eheschliessungen mit Minderjährigen werden in der Schweiz nicht mehr toleriert. Diese gelten als Verbrechen und können künftig mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.

    In der Schweiz sollen Zwangsheiraten nicht mehr toleriert werden. Der Nationalrat hat am Dienstag entsprechende Anpassungen in sechs Gesetzen gutgeheissen. Als starkes Zeichen gilt ein neuer Artikel im Strafgesetz: So soll hart bestraft werden, wer jemanden zu einer Ehe zwingt.

    Der neue Artikel stellt unter Strafe, wer jemanden mit Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile nötigt, eine Ehe einzugehen. Die Strafe kann bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug betragen. «Damit bringen wir zum Ausdruck, dass Zwangsverheiratung ein Verbrechen ist», sagte Justizministerin Simonetta Sommaruga im Nationalrat.

    Ein Antrag von Ruedi Lustenberger (CVP/LU) auch eine Mindeststrafe von zwei Jahren einzuführen, scheiterte knapp mit 95 zu 86 Stimmen. Lustenberger wollte damit erreichen, dass Täter künftig ausgeschafft werden können.

    Wichtig ist bei den neuen Regeln der Grundsatz, dass sämtliche Voraussetzungen für eine Eheschliessung in der Schweiz ausschliesslich nach Schweizer Recht beurteilt werden.

    Schutz von Minderjährigen

    So werden Ehen mit Minderjährigen auch bei Ausländerinnen und Ausländern nicht mehr toleriert. Ebenso sind im Ausland geschlossene Ehen mit Minderjährigen nicht mehr zulässig. Zudem sind nach Zivilgesetzbuch die Zivilstandsämter verpflichtet, Strafanzeige einzureichen, wenn sie Zwang feststellen.

    Weiter werden die amtlichen Ungültigkeitskriterien für eine Ehe um die Punkte Minderjährigkeit und Zwang erweitert. Dabei müssen die Behörden den Kantonen Verdachtsmomente melden. Die Eheungültigkeit muss nicht mehr von einer betroffenen Person, sondern von Amtes wegen beantragt werden.

    Das Gesetz ermöglicht dabei einen gewissen Spielraum: Will ein Ehegatte trotz ursprünglichem Zwang oder Minderjährigkeit die Ehe weiterführen, so ist dies möglich. Allerdings hat ein Gericht den freien Willen zu prüfen.

    Ein Antrag von Andrea Geissbühler (SVP/BE), diesen Spielraum wegzulassen, scheiterte mit 97 zu 80 Stimmen. Sie monierte, die Relativierung erhöhe nur den Druck auf die Opfer, vor Gericht auszusagen, die Fortführung der Ehe geschehe aus freiem Willen. Bea Heim (SP, SO) hielt dem entgegen, dass dies einer automatischen Annullierung einer Ehe gleichkomme.

    Schutz und Beratung verschoben

    Auch alle anderen Minderheitsanträge wurden abgelehnt. So forderte Marianne Streiff (EVP/BE) die Verankerung einer Beratungs- und Schutzpflicht der Behörden. Es brauche konkrete Hilfeleistungen im Einzelfall. «Es ist wichtig, dass rechtzeitig interveniert und nicht zugewartet wird, bis die Situation eskaliert», sagte sie.

    Bundesrätin Sommaruga wies jedoch auf eine Motion aus dem Nationalrat hin, die die Prävention und die Opferhilfe ins Zentrum stellt. Der Bundesrat werde noch diesen Sommer einen Bericht vorlegen. Es bestehe keine Differenz zum Anliegen der Minderheit. «Wir haben das gleiche Ziel», dieses Gesetz alleine genüge nicht. Dessen sei sich der Bundesrat bewusst. Er bitte aber zuzuwarten, bis der Bericht zur Motion vorliege.

    Obwohl die SVP bei der Gesamtabstimmung über das Gesetz geschlossen Nein stimmte, herrschte nie ein Zweifel daran, dass es schlank durch den Nationalrat gehen würde: Das Eintreten hatte der Rat im Dezember einstimmig beschlossen. Das Gesetz wurde in der Gesamtabstimmung mit 128 zu 51 Stimmen bei 3 Enthaltungen angenommen. Es geht nun an den Ständerat.

    (sda)>

    ========

    n-tv online, Logo

    Marokko 18.3.2012: <Selbstmord nach Zwangsheirat: Frauen protestieren in Rabat> - Zwangsverheiratung nach Vergewaltigung ist nach Gesetz in Marokko immer noch straffrei

    aus: n-tv online; 18.3.2012;
    http://www.n-tv.de/panorama/Frauen-protestieren-in-Rabat-article5794221.html

    <Eine 16-jährige Marokkanerin wird vergewaltigt und anschließend mit dem Mann verheiratet. Sie nimmt sich das Leben. Vor dem Parlament demonstrieren 200 Frauen für die Abschaffung eines Gesetzes, nach dem Vergewaltiger straffrei bleiben, wenn sie ihr Opfer heiraten.

    Nach dem Selbstmord einer 16-jährigen Marokkanerin wegen der Zwangsheirat mit ihrem Vergewaltiger haben rund 200 Frauen vor dem Parlament in Rabat demonstriert. "Stoppt die Gewalt gegen Frauen", riefen die Frauen, bei denen es sich überwiegend um Mitglieder von Frauenrechtsorganisationen handelte.

    Die 16-jährige Amina al-Filali hatte sich am 10. März mit Rattengift das Leben genommen, nachdem sie zur Heirat mit ihrem Peiniger gezwungen worden war. Der Vater des Opfers, Lahcen al-Filali, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe seine Tochter nicht mit dem Täter verheiraten wollen, seine Frau habe ihn aber "dazu gedrängt", damit die Familie nicht länger Gespött ausgesetzt sei und ihre Ehre wiederhergestellt werde.

    In Marokko gibt es ein Gesetz, wonach Vergewaltiger im Fall einer Hochzeit mit ihrem Opfer einer Strafe entgehen. Die Demonstrantinnen vor dem Parlament in Rabat forderten auf Spruchbändern die Abschaffung oder Änderung dieser Regelung.

    Der Fall der jungen Frau hatte in Marokko für Entsetzen gesorgt und Forderungen nach einer Gesetzesänderungen laut werden lassen. Nach Angaben des Demokratischen Frauenverbands in Marokko (ADFM) wurde bereits 2008 im Parlament ein Antrag auf eine Änderung des umstrittenen Strafrechtsartikels eingebracht, der jedoch nicht weiter verfolgt wurde. Nach dem Selbstmord Al-Filalis kündigte die Regierung eine erneute Überprüfung des Gesetzes an.

    Quelle: n-tv.de, AFP>


    Teilen:

    Facebook








    ^